Die letzten Bilder entstanden durch die selten glorreiche Idee, eben dieser Person mal einen Sonntag nicht nur abzuhängen sondern sich mal was anzuschauen. Also ging es ab nach Juhu an den Strand (ja der Stadtteil heißt wirklich so). Das war dann wieder typisch indisch, schmutzig, verdreckt, das Wasser eine schwarz-braune Brühe. Das alles bei einem Stadtteil, der nicht weit von Bandra weg ist und nicht viel weniger teure Grundstückspreise hat. Wie hatte der eine Inder am Samstag in der Bar noch erzählt, um das Häufchen Land zu kaufen, auf dem diese Kaschemme von Kneipe stand oder zum Beispiel auch ein Haus, lässt man locker 1 Million US Dollar, verständlich bei Mieten für ein Stockwerk von 5000€ und mehr, nicht mehr verständlich wenn man die Gegend und die Slums sieht, die auf von Bodenspekulaten freigehaltenen Flächen stehen. Tja die Bevölkerungsdichte machts halt. Die Idee mal die typischen Inder am Strand sich anzuschauen und einfach zurück Richtung Süden zu laufen, stieß spätestens da ihre Grenzen als diese vom Meer bespülte Müllkippe von einem kleinen Flüsschen, von pechschwarzer Farbe durchkreuzt wurde. Dieser wurde zwar von Indern munter passiert, hätte aber einem Europäer wohl den sicheren Tod gebracht. Dafür werden die halt auch nicht so alt. Naja clever und noch benebelt vom Vortag wie wir waren, dachten wir uns, der Deutsche Staatsbürger findet immer sein Weg und sind dann einfach mal landeinwärts gelaufen, irgendwann wird schon ein Straße kommen. Da sich dort komischerweise ein Stück unbebaute Fläche befand, schien der Weg zur Zivilisation nicht weit. Am Strand zurücklaufen wäre keine schöne Option gewesen, den der Brechreiz war zeitweise schon stark vorhanden. Allerdings nicht wegen dem Alkohol vom Vortag, der war schon längst wieder raus, nein der Gestank und der Müll waren einfach unerträglich, blos gut, dass ich noch nichts gegessen hatte. Ein deutsche Müllkippe riecht dagegen nach Parfüm und ist sauberer als dieser Strand. Nach kurzer Zeit stießen wir allerdings auf einen weiteren Flussarm eben dieser Güte mit einem Dorf kindlicher Ureinwohner die uns fröhlich aus ihrem primitiven Hütten zuwinkten. Diesmal gab es allerdings eine Fährverbindung. ich wage mal zu behaupten, wenn der etwas einfach dreinblickende Fährmann ein fröhliches O Sole Mio! auf den Lippen gehabt hätte, würde seine Gondel bestehend blauen Pastiktüten und Pappen doch glatt ein Hauch von Venedig in Mumbai versprühen. Die 2 Rupien für die Überfahrt hat man sich dann aber doch gespart, in anbetracht der Tatsache, dass man auf der anderen Seite im Urwalddorf der Einheimischen wohl keine Ruhe mehr gehabt hätte und man es Taschendieben ja auch nicht zu leicht machen soll. Irgendwie hat man dann doch den Weg durch schmale Gassen vorbei an Eseln und Misthaufen zurück zu einer größeren Straße gefunden, was irgendiwe ein seltsames Glücksgefühl hervorbrachte, so in der Art wie: ÜBERLEBT! Nach dieser spontanen und privaten Slumtour hatten wir uns entschlossen erstmal schön ein halbes indisches Monatssalär bei Kentucky's fritierte Hühnchen zu verspeißen (KFC). Selten hatte ich das Bedürfnis mich so dringend und schnell wie möglich zu duschen wie nach diesem "Sonntagsspaziergang". Naja was macht man nicht alles um den Kater los zu werden und wenigstens hat man mal wieder was gesehen.
Abends traf man sich dann wieder in gleicher Runde um bei einem kühlen Sonntagsbierchen die Woche ausklingen zu lassen. Soweit also bisher.
