Freitag, 16. Juli 2010

Freitag 16. Juli, Rueckblick auf Sikkim&Darjeeling und Ausblick auf die letzte Woche

Heute also nun endlich mein erster Logbucheintrag im Juli, ob es vielleicht auch der letzte ist, will ich noch nicht mit Sicherheit sagen.

Die Gruende fuer meine lange Abstinenz in diesem Monat sind schnell aufgezaehlt. Vom 1. bis zum 4. war ich unterwegs in Indiens Nordosten. Da ich 2 Arbeitstage nicht da war, blieb natuerlich auch etwas Arbeit liegen, welche in den naechsten Tagen abgearbeitet werden musste. Montag den 5. war ich bei Freunden auf ein Bierchen von meiner Reise erzaehlen, Dienstag und Mittwoch war WM-Halbfinale, Donnerstag Zigarren-Club Mumbai, Freitag war ich dann total fertig und brauchte erstmal viel Schlaf, weil ich 2 Wochen am Stueck immer unterwegs war und auch eine Erkaltung  mit mir rumschleppte, die ich immer noch nicht richtig los bin. Samstag dann lang geschlafen, abends in Sueden was Essen und Spiel um Platz 3 wieder bis zum naechsten Morgen, da die Spiele hier ja immer erst um 12 begannen. Sonntag Finale. Die wenige Zeit zwischendurch war fuer den normalen Tagesablauf dringend benoetigt. Montag haben wir ein Freundin verabschiedet, deren Flug die Nacht ging, also wieder nichts mit Mussestunde. Dienstag war dann mein Internet "alle", sodass ich es erstmal wieder aufladen musste, tja und Mittwoch hatte ich einfach mal keine Lust und wollte nur ruhen, kann man auch verstehen oder? Gestern habe ich angefangen, aber wenn man soviel zu schreiben hat, duaert das einfach ne Weile.

Heute schreibe ich mal wieder von Arbeit, da mein Chef noch ein Tag laenger in Pune bleibt und ich die letzten Tage jetzt hier auch nicht mehr die Welt einreissen will. Ausserdem hab ich noch 4,5 Urlaubstage drueber, die ich nun nicht mehr nehmen werde, da koennen sie gerne ein halben hierfuer abziehen. Soviel kann ich fuer alle mit wenig Zeit jetzt schon sagen, diesmal wird es wieder etwas mehr. Es waren aber auch verdammt viele Einfluesse in Sikkim, sodass es garnicht moeglich ist, alle Eindruecke hier zu erzaehlen.

Nun aber von Anfang an, Donnerstag 1. Juli:


Am Donnerstag flog ich frueh um 8 Uhr von Bombay nach Kalkutta, dass hat immerhin gut 3,5 h gedauert. Die Entfernung sind etwas mehr 2000km zum Vergleich nach Berlin sind es zwischen 8000 und 9000km, damit ihr mal Eindruck bekommt wie gross dieses Land ist. Ich war also gegen Mittag in Kalkutta, wobei ich von der Stadt ausser dem Inlandsflughafen und der Umgebung nicht viel gesehen habe. Um 2 Uhr ging es weiter nach Bagdogra, dass ist ein Miltitaerflughafen im Norden des Bundesstaates Westbengalen, der mittlerweile auch fuer Zivilmaschinen geoeffnet ist. Schon wenn man ueber die Landschaft drueber wegfliegt, sieht man ein ganz anderes Indien als die staubig und steppenartige Umgebung von Delhi zum Beispiel. Alles ist gruen, riesige Fluesse, allgemein unheimlich viel Wasser, kleine Huetten. Wer die ganzen Filme ueber Suedostasien kennt (meist Vietnamkriegsfilme), so sah es da auch aus. Bagdogra liegt ungefaehr 70-75 km suedlich von Darjeeling. Die Region ist nicht besonders gross von der Flaeche her gesehen, wer allerdings denkt schnell von Ort zu Ort zu kommen und es mal selbst ausprobieren moechte, sei gewarnt, dass wird eher schwierig und endet in Halbtagsausfluegen. Die naechst groessere Stadt zum Flughafen ist Shiliguri mit knapp einer halben Million Menschen und noch fast auf Meereshoehe, 100m oder sowas. Bis dahin hat mich ein katar-indisches Paearchen umsonst mitgenommen, dass ich am Flughafen kennengelernt hatte. Die haben mir auch gleich gezeigt wohin ich muss um weiter nach Darjeeling zureisen. Auf der Strasse nach Darjeeling stehen ueberall Jeeps, Gelaendewagen und SUVs (Sports Utility Vehicle = Gelaendewagen fuer Stadtmenschen). Ein Ticket in einem Mahindra Scorpio oder Tata Sumo bzw. Safari kostet 130-150 Rupien pro Sitzplatz, was ungefaehr 2,00 Euro bis 2,50 Euro. Es bietet sich an als Westler einen zweiten Platz fuer seinen Rucksack mitzubuchen. Sobald ein Jeep voll ist, geht es los. Der Versuchung ein einfaches Taxi zu nehmen, sollte man wiederstehen, auch preislich. Wie gesagt, von der Luftlinie war Darjeling nicht weit, aber es geht mehr als 2000 m bergauf und das auf windigen Partisanenfaden, wobei  ein jeder Partisan, dass vielleicht noch als Beleidigung auffasst. Es ist nicht wie in Deutschland wo erst Huegel und Mittelgebirge vor den Alpen kommen, nein hier geht es gleich nur noch himmerlwaerts. Das ist uebrigens die erste Region auf der Welt wo ich die Existenz und den Besitz von Gelaendewagen, auch wenn man nicht Jaeger oder sonstwas ist, bedingungslos akzeptiere. Hier haben sie ihre Daseinsberechtigung, hier geht es nicht anders, denn mit normalen PKW kommt man hier kaum zu Rande. Die Strassen sind, naja, sagen wir interessant. Grundsaetzlich zu klein, nicht durchgehend asphaltiert oder wie man das nennen moechte, von Wasserfaellen und Fluessen ueber und unterspuelt, fast immer durchloechert und damit meine ich nicht die lustigen kleinen Spassloecher ueber die sich viele in Deutschland gerne beschweren, nein ich meine LOECHER in denen auch gern mal ein Auto verschwinden kann, stehts am Abgrund und teilweise durch Steinschlag oder Schlammlawinen unpassierbar. Ich bin allerdings ganz gut durchgekommen. Fuer Leute mit Platzangst ist so eine Jeepfahrt nicht so toll. Auch der letzte Platz wird hier ausgereizt. In meinem sassen nicht weniger als 11 Leute und dass auch nur weil ich ein Sitz fuer mein Rucksack hatte. Wer es mit Abgruenden und engen Serpentinen nicht so hat, sollte vielleicht lieber in der Mitte sitzen, allerings verpasst man dann eine atemberaubende Landschaft: Teeplantagen, Reisfelder, wolkenbehangene und mit tropischem Wald ueberzogene Berge. Ich habe viele Bilder aus dem Jeep heraus gemacht, nur bei Wasserfaellen war ich irgendwie immer zu spaet. Wie gesagt die Strassen waren eng und verschlungen, wenn 2 SUVs sich entgegen kamen, begann immer dass rangieren. Dass auf dieser Strecke nach einer Weile auch schienen des "Toy Train" (Spielzeugzuges) auf der Strasse und durch Ortschaften verlaufen, sei nur am Rande erwaehnt. Der Zug, der zur hoechsten Station der Welt in Darjeeling faehrt, kam gluecklicherweise bei meiner Fahrt nicht. Nach 3,5 bis 4h erreicht man dann gegen Abend 18-19 Uhr Darjeeling. Das erste Ziel war erreicht. Oben in den Bergen herrscht ein angenehmes Klima 15-25 Grad im Schatten ueber den Tag, in der Sonne auch wesentlich waermer. Endlich kein Dauerschwitzen mehr, zwar zum Anfang etwas kuehl, aber man gewoehnt sich schnell wieder dran. Zusammen mit einem dicken indischen Geschaeftsmann aus Shiliguri, begab ich mich dann auf die Suche nach einem Hotel. Das was er waehlte war zwar guenstig, aber nicht so prall, wenigstens konnte er die Leute da bequatschen mich zu einem besseren zu fuehren. Inder sind eigentlich ueberaus gastfreundlich, wenn man sie privat kennt/trifft und sie einen nicht gerade ausnehmen wollen. Es hatte sich schon vorher in Shiliguri gezeigt, dass es immer gut ist Jemanden anzusprechen, der die Landesprache kennt und einem hilft. Das Hotel kostete 850 Rupien die Nacht also rund 14-15 Euro, dass war ok und mit Blick auf die hohen Berge. Beste Zeit zum Berge sehen, sei wohl 5:15 Uhr sagte man mir, da die Monsunwolken schon die Stadt erreicht hatten. Ich hatte uebrigens die ganze Zeit schoenes Wetter, geregnet hat es wenn ueberhaupt Nachts und tagsueber schien die Sonne. Mit Nachtleben ist in Darjeeling nicht so, um 9 bzw. spaetestens um 11 muss alles geschlossen haben, ab 6 Uhr wird es langsam dunkel, dafuer geht frueh die Sonne sehr zeitg auf. Abends in einem kleine Restaurant fuehlte man sich dann wie in eine andere Zeit versetzt, das alte britische Magistratsgebaeude im Blick, den Dalai Lama an der Wand und eine Tasse frischen Darjeeling Tee (vor dem Bier). Nur der Coca-Cola Kuehlschrank und die Wiederholung der Achtelfinals im Fernseher passten nicht so recht ins Bild, aber das war auch in Ordnung. Die Leute da oben sind uebrigens fussballverrueckt, an fast jedem Auto oder Haus hing eine Flagge von Brasilien, Argentinien, Deutschland, Spanien, Portugal oder England. Mit Flaggen haben sie es aber auch noch in einem anderen Kontext. An jedem Haus, auf jeder Strasse, selbst an den Bergen sah man eine gelb, weiss & gruene Flagge und den Spruch: "We want Gorkhaland" (zu deutsch: "Wir wollen Gurkhaland", Gurkhas so heisst das Volk daoben). Indien hatte wie alle riesigen Vielvoelkerstaaten (Russland zum Beispiel), das Problem, das gewisse Regionen sich abspalten wollen um meist nicht ueberlebensfaehige Kleinststaaten zu bilden, aber das dort war schon echt krass. Klar Indien kann sich nicht um unbedeutende Randregionen kuemmern wenn es voran kommen will, dass die dann aber auch nicht mehr Teil Indiens sein wollen, vor allem wo die Leute mehr so nepalesisch, tibetisch bzw. ueberhaupt eher ostasiatischer aussehen als die Inder in Delhi und Mumbai, ist auch klar. Als ich im Restaurant war wurde ich dann noch Zeuge eines Fackelmarsches. Ich dachte erst was ist denn jetzt los und fuehlte mich an alte Videoaufnahmen aus dem Geschichtsunterricht von Deutschland in den 30er erinnert, aber das waren nicht nur ein paar, das waren hunderte, wenn nicht gar tausende, die immerwieder skandierten: "We want Gorkhaland". Das war schon beeindruckend und auch ein wenig skurril. Ich glaube Indien hat da ein echtes Problem, aber bei dem sie natuerlich nicht nachgeben koennen, wenn Gurkhaland wegbricht wuerden 8 weitere Bundesstaaten zu Enklaven und dann bricht das Riesenreich komplett auseinander. Es ist halt nicht China mit einem dominanten Staatsvolk. Was das ganze fuer meine Reise bedeuten sollten, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Freitag 2 Juli:



Natuerlich bin ich am naechsten Tag um 5:15 Uhr aufgestanden und selbstverstaendlich habe ich nichts gesehen, denn die ganze Stadt und die Berge lagen unter einem Nebel- und Wolkenschleier. Das ist auch das Einzige was insgesamt schade war, denn die ganzen 4 Tage lagen ueber allem was hoeher als 2500m war bestaendig Wolken, sodass ich die ganzen 8000er nicht sehen konnte. Fuer solche Sachen wie Wildwasserfahrten (Wildwasser-Rafting) bzw. Bergtouren (Trekking) hatte ich leider eh nicht genug Zeit, dass wusste ich aber schon vorher. Ich habe mich dann nochmal hingelegt. Ich bin dann trotzdem frueh raus, da ich ja noch meine Genehmigung fuer Sikkim besorgen musste. Man kann naemlich nicht einfach so in jeden Bundesstaat einreisen. Besonders fuer Grenzgebiete, Regionen in denen aktuell Aufstaende sind bzw. die Bevoelkerung nicht unbedingt zentralregierungsfreundlich gesinnt is, bedarf es Sondergenehmigungen und mache Bereiche darf als Auslaender auch garnicht betreten. Fuer Sikkim ist das weiter kein Problem, es kostet auch nichts, nur die ueblichen Behoerdengaenge eben. In der Zwischenzeit hatte ich auch aus sicherer Quelle erfahren, dass man Darjeeling zwischen 11 und 1 nicht verlassen darf, weil aus politischem Grund, sprich den Protesten fuer Gorkhaland die Strassen gesperrt werden. Somit war der Plan zwischendurch auf dem Weg nach Sikkim noch woanders anzuhalten auch weggefallen. Das Auslaenderregistrierungsbuero in Darjeeling hatte natuerlich um 8 Uhr noch nicht auf, sondern war erst ab halb10 besetz. Das Gebaeude war recht witzig, erinnerte es doch besonder drinnen an eine deutsche Amtsstube aus den Anfaengen des letzten Jahrhunderts. So hatte ich wenigsten etwas Zeit mir die Stadt anzusehen und nach Souvenirs ausschau zu halten. Darjeeling sieht auch ohne die Berge nicht aus wie eine typische indische Stadt, wenn man vom Marktplatz absieht. Steile und enge Gassen ueberall kleine Wege, welche die "Hauptstrassen" verbinden und allgegenwertig das herrliche Panorama. In und um Darjeeling sind uebrigens viele Colleges (Schulen), deshalb sieht man auch unheimlich viele Schueler in Schuluniformen. Reiche Inder schicken ihre Kinder schon frueh in die Berge, weg aus den verschmutzten Grossstaedten des restlichen Landes. Nachdem ich dann endlich meinen Zettel in der Hand hatte ging es weiter zum Magistratsbuero, denn da musste das ganze nochmals von Hand abgeschrieben & gestempelt werden und auch der Distriktmagistrat musste natuerlich noch sein Karl Gustav drunter setzen. In Sachen Buerokratie spielen die Inder noch eine Liga ueber Deutschland, mit dem Unterschied, dass hier noch alles von Hand und mit Papier gemacht wird, was nicht nur unheimlich lange dauert sondern auch wahre Aktenberge hinterlaesst, kein Wunder bei der Bevoelkerungszahl. Nur so nebenbei, wer noch an solche Maerchen glaubt wie Indien sei ein IT-Nation und Duetschland eine unfreundliche Servicewueste sollte sich dieses Land vielleicht doch einmal geben. Weiter im Text; jedenfalls war es dann kurz vor 11 und natuerlich kam ich nicht mehr rechtzeitig aus Darjeeling raus. So hatte ich nochmals 2 h Zeit was von der Stadt zu sehen. Die Leute sind auch ganz anders als im Rest von Indien, viel freundlicher und man wird nicht die ganze Zeit so angestarrt. Selbst die Taxifahrer haben hier, wenn ueberhaupt nur einmal hoeflich gefragt ob man denn ein Taxi benoetigt und sich mit einem Nein zufrieden gegeben. Es ist mir nicht passiert das ich von irgendwelchen Leute, die mir irgendein ueberteurten Plunder andrehen wollten durch die halbe Stadt verfolgt wurde, wie in Agra, Delhi oder Mumbai. Das war sehr angenehm, es war endlich mal sowas wie Ruhe, sodass man auch Land und Leute auf sich wirken lassen konnte und die Zeit ein wenig geniessen. Eine wahre Wohltat gegenueber dem hektischen & gehetzten Treiben und zuweilen nervtoetenden Verhalten von Menschen in Mumbai. Um 1 begann dann das Chaos, denn wenn man 2 h alle Autos stoppt und sich ein grosser Stau auf den viel zu engen Strassen bildet und die dann auf einmal alle wieder losfahren wollen, koennte es vielleicht zu Problemen kommen. Eins muss man den Demonstranten lassen, ihre Massnahmen zeigen zumindest direkt vor Ort ordentlich Wirkung, ob das aber auch die Zentralregierung in Delhi nur einen feuchten Dreck kuemmert sei hier in Frage gestellt. Gegen halb 3 konnte es dann losgehen nach Gangtok. Die Distanz ist etwas mehr als von Bagdogra nach Darjeeling, aber der Preis ist aehnlich, es geht halt nur mehr auf und ab. Die Aussicht war trotz einiger Wolken besonders talwaerts ueberwaeltigend. In Gangtok angekommen, habe ich mir dann ein Hotel aus de Reisefuehrer rausgesucht und mich zum Festpreis hinbringen lassen. Preis die Nacht diesmal 1000 Rupien 16-17 Euro ohne Fruehstueck, aber super Lage. In Sikkim hat jede Strecke uebrgigens einen festgeschriebenen Preis, so faellt der Beschiss geringer aus. In Gangtok sind Plastiktueten genauso verboten wie das Rauchen in der Oeffentlichkeit, in Bars und Restaurants gibt es Raucherraeume. Sagen wir mal so, man haelt das ein paar Tage durchaus durch und wenn man so die Strassen rauf und runter kraxelt, dann ist es eh besser nicht nebenbei noch zu quarzen. Am Abend war dann bei mir nur noch ein kleines Essen im Restaunrant und das Viertelfinale Brasilien gegen Niederlande.

Samstag 3. Juli





Auch am Samstag ging es fuer mich wieder frueh raus, anders war das Sehenswuerdigkeitenprogramm kaum zu schaffen. Zuerst ging es zu einem buddhistischen Kloster, Rumtek. Es war besser frueh am Morgen hin zu fahren wegen des Verkehrs auf den engen Strassen. Das Kloster liegt zwar in Sichtweite von Gangtok aus, aber bis man den einen Berg runter und den anderen wieder hoch ist, dauert es doch eine Weile. Es ist in sofern besonder, weil es das groesste buddhistische Kloster in Sikkim ist und somit wohl auch in Indien. Normalerweise darf an solchen Staedten nicht photographieren, da haben sie sich in Indien relativ einheitlich penibel. Hier war das bis auf ein zwei Ausnahmen wie eine goldene Stupa problemlos moeglich. Wahrscheinlich als eine Art Vorzeigekloster. Wie bereits erwaehnt sind die Leute hier wesentlich freundlicher auch zu Auslaendern, was sich wiederum ebenfalls in den Preisen niederschlaegt, waehrend man ueberall in Indien als Auslaender schnell das 10- bis 50-fache des Eintrittspreises von Inlaendern zahlt, ist der Eintritt in Sikkim fuer alle fast immer gleich. Kostenpunkt Rumtek, 10 Rupien. Es war interessant das Mal gesehen zu haben, da sich die buddhistische Religion und die Lebensweise der Moenche doch stark vom Hinduismus unterscheidet. Die haben auch moderne Mobiltelefone, zum Beispiel billige chinesische Kopien von Apple I-Phone oder gehen mal eine Cola trinken bzw., soweit ich das da verstanden habe, bleiben die da auch nur eine Weile als Teil einer Ausbildung und wenige fuers ganze Leben. Nach dem Kloster ging es in den Himalaya-Zoo von Gangtok, um mal so Tiere wie den roten Panda zu sehen. Auf dem Weg hatte das Taxi einen Platten, was bei dem Durchschnittsalter und Profil in Indien nicht ueberrascht. Den hatte der Fahrer aber erstaunlich schnell gewechselt. Ueberhaupt war die Fahrt mit diesem Maruti Omni, die engen Strassen und Gassen bei extremen Gefaelle das spannendste.  Was kann man zum Zoo sagen, auf jeden Fall war der Eintritt wiederum sehr guenstig, glaube maximal 30 Rupien. Den Zoo kann man ganz gut als nicht uebermaessig gepflegt bezeichnen oder auch naturbelassen. Vielleicht lag es auch an der Mittagszeit, aber viele Tiere haben eigentlich nur geschlafen oder rumgemammelt. Naja jeder der schonmal im Zoo war, hat schonmal ein Schneeleoparden, Woelfe und Baeren, auch wenn die alle ein klein wenig anders anders aussehen, zu Gesicht bekommen. Die Attraktion sind wirklich nur die roten Pandas, die waren anfangs auch ziemlich faul, haben sich dann aber gluecklicherweise doch noch in Richtung meiner Kamera bewegt. Danach bin ich nur noch in einen Wasserfallpark gefahren. Eintritt auch nicht viel mehr. Es waren halt ein paar Wasserfaelle um die reichlich Kitsch gebaut wurde, kann man sich auch sparen. Den Rest des Tages bis zum Deutschlandspiel bin ich durch Gangtok gelaufen und hab mir die Stadt angesehen und Souvenirs gekauft. Die Fussgaengerzone war wirklich sauber und gepflegt, kein Muell, kein Schmutz, man waehnte sich auf einmal eher in einer europaeischen Stadt als in Indien. Ich bin dann noch mehr zufaellig am alten Koenigspalast vorbeigelaufen. Komischerweise haben alle Leute ob an der Rezeption im Hotel oder Fahrer gesagt da brauch man nicht hin. Es ist jetzt nicht so wie man sich einen Palast in Europa vorstellt, sondern schon eher so tibetisch/buddhistisch gepraegt und mittlerweile sind da auch Moenche eingezogen, aber der Ausblick war wiederum top. Dieses Areal war fuer mich vielleicht deshalb so schoen, weil es ruhig und friedlich war, Tatbestaende, die man nur sehr selten in Indien vorfindet. Photos konnte man da wieder keine machen, also muss sich jeder selbst seine Vorstellungen machen. Obwohl ich etwas mehr 1,5 h kreuz und quer durch die Stadt gelaufen war und zwar veruscht hatte so ungefaehr einen Kreis zu laufen, war ich dann doch erstaunt wie gut ich das geschafft, denn auf einmal Stand ich wieder direkt vor meinem Hotel, etwas was mir auch schon in Darjeeling passiert ist. Also entweder hab ich ein bomben Orientierungssinn oder es liegt an diesen Staedten mit Hanglage, wo alle Strassen wieder am Ortsausgang in einer muenden. Abends war dann das Spiel Deutschland gegen Argentinien, kein Kommentar dazu :-)

Sonntag 4. Juli:


Wiederum zeitig raus, den ich musste ja noch ca. 150km bis Bagdogra. Meine urspruengliche Idee dort mit dem Helikopter fuer 2000 Rupien (rund 35 Euro) hinzufliegen musste ich leider am Vortag begraben, da dieses Angebot erst ab Nachmittag bestand und Vormittags nur fuer Notfaelle galt. Schade eigentlich haette sicher ein riesigen Ausblick ueber das Hochgebirge gegeben. Jedenfalls war ich gegen 8 Uhr am Stand fuer geteilte Jeeps, was eigentleich mehr als genug sein muesste, dachte ich mir so denn der Flug ging um 14 Uhr. Das kann allerdings knapp werden, denn mit 4-5h muss man wohl fuer die Strecke rechnen, manchmal dauerts wohl auch 12, je nach dem ob Stau auf der Strecke ist. Da die Sitze nicht voll wurden, entschied ich mich kurzer Hand fuer 500 Rp einfach rund 4 Plaetze zu besetzen und auf die sofortige Abfahrt zu draengen, wofuer sich nach etwas Diskussion sich tatsaechlich Jemand bereit erklaerte. Dies hielt den Fahrer natuerlich nicht davon ab, auf dem Weg noch jede Menge Leute einsteigen zu lassen, sodass das Fahrzeug am Ende doch voll war. Aber ich war an diesem Tag weit davon entfernt mich grossartig zu beschweren, schlussendlich wollte ich nur meinen Flug nicht verpassen. Die Landschaft war bergab wieder ein Erlebnis, Fluesse von einer Breite wogegen der Rhein echt mickrig wirkt, Deltas enge Schluchten usw. Allerdings sass ich diesmal irgendwann nach vielem zu- und aussteigen in der Mitte, sodass ich keine Photos vor Shiliguri machen konnte. Ihc war aber auch ein wenig muede nach dem vielen Gereise der letzten Tage. Was man in dieser Region auch haeufig sieht sind sehr grosse Militaerbasen, z.B. bei Gangtok oder auch bei Shiliguri. Durch Gebiet der letzteren sind wir bald eine halbe Stunde gefahren. Die Haeufung verwundert insgesamt aber nicht, denn China ist nicht weit. Eine andere fuer Mitteleuropaer seltener zu beobachtene Szenerie sind die unzaehligen Affen in dieser Region, welche sich den ganzen Tag nur auf den Randsteinen der Strassen zu sonnen scheinen. Man sieht sie eigentlich ueberall in Indien, am Taj Mahal, in Goa, auch bei Bombay, aber nicht so zahlreich wie in dieser Region, die insgesamt auch durch ihr zerklueftetes Profil noch etwas naturbelassener erscheint. In Shiliguri angekommen, konnte ich dann den Fahrer ueberreden mich noch fuer 100 Rp gleich nach Bagdogra zu fahren. Da wieder mal noch auf Jemanden warten musste, hatte ich endlich Zeit ein paar Bilder mit meiner Kamera zu machen. Am Ende waren es dann wohl ueber 600 in den 4 Tagen. Das ist ein guter Schnitt denke ich. Ich habe mir halt auch gedacht, wer weiss ob ich da je nochmals hin komme und von daher lieber eins mehr als ein zu wenig. In Shiliguri habe ich dann auch die fuer den Osten Indiens typischen und noch in grosser Zahl anzutreffenden, Fahrradrikschas sehen koennen. Genauso ist mir da ein Sadhu, einer dieser Hindus die ihr Leben der Meditation oder so verschrieben haben, uber den Weg gelaufen. Obwohl die Beschreibung ueber den Weg gelaufen vielleicht falsch ausgedrueckt ist, der hatte mich gesehen und wusste da kann man sicher ein paar Rupien erbetteln. Das Photo war mir die 50 Cent wert. Auf dem Weg zum Flughafen gab es nicht mehr soviel zu sehen, ausser vielleicht das fuer Indien charakteristische Strassenbild, mit ellenlangen kleinen Laeden, in denen man alles moeglich und doch meist das selbe kaufen kann. Die Region ist bekannt in Indien fuer wunderschoene Moebel, die man guenstig schnell anfertigen lassen. Da geht man wohl nur zu so einem Moebelbauer hin, gibt ihm 2 Flaschen Rum oder Whyskey und dann zieht der los mit seiner Axt in den Wald und faengt an das Holz zu schlagen. Von der Rodung bis zur Lieferung ist damit wohl alles bezahlt. Aber wie sollte ich denn sowas mitnehmen. Am Flugplatz waren dann wieder die grossen Sandsackbarrieren direkt vor der Abflughalle mit MG-Schuetzen dahinter postiert., nach einer Weile kann man darueber nur noch lachen, obwohl der Hintergrund ziemlich ernst ist. Wie bereits erwaehnt hat Indien grosse Probleme mit Aufstaendischen, Rebellen, Raeubern, Freischaerlern, Kommunisten, Ureinwohnern, Freiheitskaempfern oder auch Terroristen, wie man sieh halt je nach Standpunkt sehen will. In den Kaempfen, die besonders Staaten im Osten betreffen, sterben jedes Jahr tausende Menschen, aber wenn nichtmal 150 Polizisten in einem Hinterhalt der Naxaliten (Kommunisten/Ureinwohner) umkommen oder die einen vollbesetzten Zug von Kalkutta nach Bombay sprengen, wie dieses Jahr im Mai oder so, steht das nichtmal in den Lokalnachrichten. Die Inder haben zu vielen Dingen eine sehr morbide und fatalistische Einstellung, wenn da nicht eine gewisse Anzahl Toter zu Stande kommt, interessiert das keinen, wie auch beio der Bevoelkerungsanzahl. Die Sandsackbarrieren in dem realtiv gut gesichterten Luftwaffenstuetzpunkt mit seinen zahlreichen Kontrollpunkten waren trotzdem laecherlich. Dann durft ich noch wie in Indien an vielen kleinen Flughafen ueblich mein Gepaeck selber zum durchleuchten und zurueck bringen bevor es auch schon los ging. Der Flug ging ueber Guwahati, das liegt in Assam, ueber Delhi nach Mumbai. In Assam habe ich noch ein paar Bilder aus dem Flugzeug gemacht, in der Hoffnung doch noch den Himalaya in seiner vollen Pracht sehen zu koennen. Dies war mir leider nicht vergoennt. Dafuer habe ich noch ein lustiges oder je nach dem empoerendes Video gedreht, wie Flughafenmitarbeiter froehlich und manche mit einem fiesen Grinsen Gepaeck durch die Gegend und auf den Boden schmissen, in Indien bitte nur Hartschalenkoffer! In Delhi hatten ich dann noch einen laengeren Aufenthalt, denn wegen des Monsums haben sie es nicht mehr geschafft alle Flugzuege so schnell runter bekommen, sodass sich meine Weiterreise um mehrere Stunden verzoegerte. Ich weiss nicht, aber fuer mich hat das nur ein wenig geniesselt, aber wer weiss. Es ist vielleicht auch ueberrasschend, das der Monsum dieses Jahr schon wieder zur selben Zeit kam ;-) Ich hab mir dann ein Buch gekauft. Die sind in Indien besonders guenstig, speziell Fachliteratur, die bei uns vielleicht so 80 Euro wegen der Buchpreisbindung kostet, bekommt man da vielleicht fuer 6 bis 8 Euro. Irgendwann in der Nacht erreicht ich dann ein wenig genervt und uebermuedet meine Wohnung. Am Montag war dann Generalstreik, da ging dann nichts mehr und es sollen wohl auch ein paar Busse in Mumbai gebrannt haben. Das kann hier schonmal passieren, wenn eine, der paar hundert Parteien, dazu aufruft, weil die Regierung die Festpreise fuer Benzin nichtmehr aufrecht erhalten konnte oder wollte und deshalb der Preis pro Liter um 2 Rupien steigt oder in China ein Sack Reis umfaellt. Ob dagegen brennende Busse helfen, sei dahingestellt. Ich war am naechsten Tag trotzdem auf Arbeit, fuer die meisten Inder war es ein freier Tag. Deswegen hatte wohl auch die Familie ueber mir in der Nacht vom Sonntag bis Nachts halb 3 Lieder gesungen. Man ging mir dass auf den Geist, ich war ja einfach tod muede.

Der restliche Ablauf seit Sikkim war dann. Montag Abend auf ein Bierchen bei Kollegen. Dienstag und Mittwoch Arbeit und Halbfinale. Donnerstag gings zum Zigarrenclub Mumbai, ein Ort wo man besser ein grossen Stapel Visitenkarten mitnimmt, obwohl der Sinn dieses intensiven Pappeaustauschens bezweifelt werden kann. Als der vorbei ging es zum weiter feiern in die Wohnung von irgendjemand aus dem indischen Geldadel. Sehr witig sowas, teure Zigarren paffen umsonst Bier trinken und dem Regen zusehen, da war es dann schon wieder um 3. Der wichtigste Punkt am Freitag hiess dann Schlaf. Naja Wochenende Spiel um Platz 3, Finale und mal wieder ein Steak essen. Montag haben wir wie erwaehnt eine Freundin verabschiedet, dann habe ich mal 2 Tage ausgesetzt und gestern waren wir in einer Lounge/Bar zur Expat-Nacht. Rund 5 Euro das 0,33 Bier, ich dachte mich hackts.

So heute ist Freitag, ich habe wieder wenig geschlafen, der Tag hat gerade erst begonnen und ich bin schon wieder muede. Eine Woche noch, dann sitzt ich jetzt schon in Doha am Flughafen und warte auf mein Flugzeug nach Tegel.













 
Bis demnaechst daheim! 





































































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