Doppelte Bilder gelöscht. Fünf neue eingefügt. Die Formatierung mit Bildern + Text ist immernoch ein Graus, aber damit muss man Leben.
Vielleicht gibt es nächste Woche Bilder vom Start des VW Polo-Cup in Pune. Mal seBhen ob ich Lust habe da am Wochenende hin zu fahren. Wenn es so ist, wird es hier zu lesen und zu sehen sein.
Bis die Tage
Donnerstag, 27. Mai 2010
Dienstag, 25. Mai 2010
Anmerkung zum Sonntagsausflug
Habe gerade im Buero gesehen, dass mir beim Hochladen ein Fehler unterlaufen ist und einige Bilder doppelt drin sind, dafuer andere fehlen. Wie gesagt beim Bearbeiten sehen die fuer mich momentan alle gleich aus und ich weiss nicht so genau, was ich da gerade mache, hoffentlich loest sich das Probleme bald.
Ich werde versuchen die naechsten Tage die fehlenden Bilder an dieser Stelle zu platzieren.
Ich werde versuchen die naechsten Tage die fehlenden Bilder an dieser Stelle zu platzieren.
Montag, 24. Mai 2010
Ausflug am Sonntag
Die letzten Bilder entstanden durch die selten glorreiche Idee, eben dieser Person mal einen Sonntag nicht nur abzuhängen sondern sich mal was anzuschauen. Also ging es ab nach Juhu an den Strand (ja der Stadtteil heißt wirklich so). Das war dann wieder typisch indisch, schmutzig, verdreckt, das Wasser eine schwarz-braune Brühe. Das alles bei einem Stadtteil, der nicht weit von Bandra weg ist und nicht viel weniger teure Grundstückspreise hat. Wie hatte der eine Inder am Samstag in der Bar noch erzählt, um das Häufchen Land zu kaufen, auf dem diese Kaschemme von Kneipe stand oder zum Beispiel auch ein Haus, lässt man locker 1 Million US Dollar, verständlich bei Mieten für ein Stockwerk von 5000€ und mehr, nicht mehr verständlich wenn man die Gegend und die Slums sieht, die auf von Bodenspekulaten freigehaltenen Flächen stehen. Tja die Bevölkerungsdichte machts halt. Die Idee mal die typischen Inder am Strand sich anzuschauen und einfach zurück Richtung Süden zu laufen, stieß spätestens da ihre Grenzen als diese vom Meer bespülte Müllkippe von einem kleinen Flüsschen, von pechschwarzer Farbe durchkreuzt wurde. Dieser wurde zwar von Indern munter passiert, hätte aber einem Europäer wohl den sicheren Tod gebracht. Dafür werden die halt auch nicht so alt. Naja clever und noch benebelt vom Vortag wie wir waren, dachten wir uns, der Deutsche Staatsbürger findet immer sein Weg und sind dann einfach mal landeinwärts gelaufen, irgendwann wird schon ein Straße kommen. Da sich dort komischerweise ein Stück unbebaute Fläche befand, schien der Weg zur Zivilisation nicht weit. Am Strand zurücklaufen wäre keine schöne Option gewesen, den der Brechreiz war zeitweise schon stark vorhanden. Allerdings nicht wegen dem Alkohol vom Vortag, der war schon längst wieder raus, nein der Gestank und der Müll waren einfach unerträglich, blos gut, dass ich noch nichts gegessen hatte. Ein deutsche Müllkippe riecht dagegen nach Parfüm und ist sauberer als dieser Strand. Nach kurzer Zeit stießen wir allerdings auf einen weiteren Flussarm eben dieser Güte mit einem Dorf kindlicher Ureinwohner die uns fröhlich aus ihrem primitiven Hütten zuwinkten. Diesmal gab es allerdings eine Fährverbindung. ich wage mal zu behaupten, wenn der etwas einfach dreinblickende Fährmann ein fröhliches O Sole Mio! auf den Lippen gehabt hätte, würde seine Gondel bestehend blauen Pastiktüten und Pappen doch glatt ein Hauch von Venedig in Mumbai versprühen. Die 2 Rupien für die Überfahrt hat man sich dann aber doch gespart, in anbetracht der Tatsache, dass man auf der anderen Seite im Urwalddorf der Einheimischen wohl keine Ruhe mehr gehabt hätte und man es Taschendieben ja auch nicht zu leicht machen soll. Irgendwie hat man dann doch den Weg durch schmale Gassen vorbei an Eseln und Misthaufen zurück zu einer größeren Straße gefunden, was irgendiwe ein seltsames Glücksgefühl hervorbrachte, so in der Art wie: ÜBERLEBT! Nach dieser spontanen und privaten Slumtour hatten wir uns entschlossen erstmal schön ein halbes indisches Monatssalär bei Kentucky's fritierte Hühnchen zu verspeißen (KFC). Selten hatte ich das Bedürfnis mich so dringend und schnell wie möglich zu duschen wie nach diesem "Sonntagsspaziergang". Naja was macht man nicht alles um den Kater los zu werden und wenigstens hat man mal wieder was gesehen.
Abends traf man sich dann wieder in gleicher Runde um bei einem kühlen Sonntagsbierchen die Woche ausklingen zu lassen. Soweit also bisher.
Sonntag, 23. Mai 2010
Serverprobleme Aktualisierung
Habe heute auf Arbeit festgestellt, dass dieses Problem wohl nur bei meiner Internetverbindnung besteht. Mal schauen, ich werde Mittel und Wege finden auch weiterhin zu Veröffentlichen.
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Leider konnte ich die letzten Tage nicht auf meinen Blog zugreifen. Die Seite wird einfach nicht geladen. Ich kann zwar Artikel schreiben, aber nicht sehen ob sie tatsächlich reingestellt werden, auch Bilder hochladen ist ein Problem. Leider ist die Störung noch nicht behoben, sodass ich momentan nur mit diesen Zeilen dienen kann. Es muss sich aber um ein lokales Serverproblem handeln, da man aus Deutschland den Blog wohl sehen kann, deshalb hoffe ich mal das diese Vertröstung ihr Ziel erreicht.
Reichlich Bilder und zu erzählen hätte ich ja, ich kann nur hoffen, dass es nächste Woche behoben wird.
Grüße aus Mumbai
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Leider konnte ich die letzten Tage nicht auf meinen Blog zugreifen. Die Seite wird einfach nicht geladen. Ich kann zwar Artikel schreiben, aber nicht sehen ob sie tatsächlich reingestellt werden, auch Bilder hochladen ist ein Problem. Leider ist die Störung noch nicht behoben, sodass ich momentan nur mit diesen Zeilen dienen kann. Es muss sich aber um ein lokales Serverproblem handeln, da man aus Deutschland den Blog wohl sehen kann, deshalb hoffe ich mal das diese Vertröstung ihr Ziel erreicht.
Reichlich Bilder und zu erzählen hätte ich ja, ich kann nur hoffen, dass es nächste Woche behoben wird.
Grüße aus Mumbai
Samstag, 22. Mai 2010
Samstag 22. Mai, Rückblick auf das Wochenende in Goa (Reisebericht 14.-16. Mai)
Hallo interessiertes Publikum,

heute habe ich es nun endlich geschafft mich aufzuraffen und den versprochenen Artikel über Goa zu schreiben.





Am Freitag Morgen hieß es schon um 03:30 aufstehen, denn mein Flug ging um 6 Uhr und man sollte wegen de zahlreichen Sicherheitskontrollen, die oft nicht allzu viel Sinn machen, aber trotzdem durchgeführt werden, immer etwas eher an indischen Flughäfen sein. Gegen 7 Uhr setze das Flugzeug dann zur Landung an und man sah schon im Anflug, dass es sich um einen anderen Teil Indien handelt als jene die ich bisher gesehen habe. Goa ist durchzogen von vielen Flussarmen und Deltas, alles in allem wesentlich grüner und erinnert eher an die Tropen im Gegensatz zu den Regionen um Mumbai und Neu Delhi, die besonders in der Trockenzeit an das eher karge spanische Hinterland erinnern. Goa ist eigentlich ein einzig endloser Strand mit Dschungel im Hinterland nur durchkreuzt von Flüssen und ab und zu ein paar Felsen. Nun stand ich halt da am Dabolim "international" Airport und fühlte mich als wäre ich gerade in irgendeiner Bananenrepublik gelandet. Meiner guten Laune, denn ich hatte ja schließlich Urlaub, konnten auch die einige Dutzend starke Meute von Taxi-, Mottorad- und Rikschafahrern nichts anhaben, die an einem klebten wie Schmeißfliegen und ein davon überzeugen versuchten doch mit ihnen zu einem ehrlich und fairen und natürlich überaus günstigen Preis überall hinzubringen. Ich war, glaub ich, nur einer von 2 oder 3 westlichen Touristen die zu diesem Zeitpunkt landeten, was den Andrang sicher nochmals kanalisierte, klar war ja auch die letzte Woche der Saison. Da ich mich glücklicherweise vorher erkundigt hatte und mittlerweile auch schon ein wenig Indienerfahrung gewonnen hatte, ließ ich mich nicht beirren, fragte den am Ausgang des Flughafens vor sich hin dösenden Polizisten, den Sicherheit geht ja hier vor, wo den die Busse starteten und ließ als ich einen betrat endlich die Gemeinschaft des ehrlichen Touristentransports hinter mir. Der fuhr mich dann zum Hauptbusplatz in Vasco da Gama, der größten Stadt Goas, die aber um diese für Inder im allgemeinen und für die Bewohner Goas im besonderen unwirtlichen Tageszeit doch eher an ein verschlafenes Provinznest mit internationalem Hafen erinnerte. Vielleicht war meine Wahrnehmung aber auch nur beeinflusst durch die lange Zeit im übervölkerten Mumbai. Also ab in den nächsten Bus auf nach Panaji der Hauptstadt Goas, die so ziemlich in der Mitte des Bundesstaates an die Küste schmiegt. Die Stadt wird auch Panjim genannt, das ist hier üblich in Indien, dass viele Ort zwei oder auch mehrere Namen haben, was mit den vielen Sprachen, aber auch der Umbenennungen in den 90er Jahren zu tun hat, weil man damals die Kolonialzeit vergessen machen wollte. Sowas ist natürlich immer überaus hilfreich zur Orientierung besonders für Ortsunkundige, besonders wenn in Stadtplänen usw grundsätzlichen nur die neuen schwer verständlichen indischen Namen stehen, aber jeder einheimische nur die alten kennt. Die Fahrt nach Panjim, dass ca. 30 km entfernt lag, dauerte eine halbe Stunde, ging zügig von statten und man konnte allerhand sehen und sich einen Eindruck vom urtümlichen Goa machen: Wasserbüffel Gruppen die durch geflutete Reisfelder wateten, geweißelte Kirchen auf kleinen Flussinseln und viel tropischer Wald, dazu viele kleine Häuser, die einen auffällig südeuropäischen Einschlag hatten. In Goa sieht man natürlich auch Müll am Straßenrand, allerdings weit weniger als in anderen Teilen Indiens die ich gesehen habe, wenn man mal von Agra absieht, es ist auch nicht so dicht besiedelt, was den Aufenthalt und das Klima vor Ort doch weitaus angenehmer machten.

Der ganze Trip bis dahin kostete mich übrigens 31 Rupien für die 2 Busse, eigentlich 26, aber ich hatte nicht genügend Wechselgeld. Fairer Preis am Flughafen, mit halsbrecherischem Moped wären 200 Rupien bis Panjim oder 50 bis zum ersten Busplatz gewesen. Alles klar oder?




In Panaji angekommen, landet man wieder auf dem Hauptbusplatz etwas östlich der Altstadt. Im ersten Moment erstarrt man dort allerdings etwas orientierungslos ob des Chaos, dass sich einem dort offenbart. Anzeigetafeln gibt es nicht, dafür steht vor jedem der Busse einer der die Fahrtziele rumschreit, hunderte von Menschen laufen mit ihrem gesamten Hausrat, Tieren und was auch immer wild durcheinander, sodass ich mich nach kurzweiligem hin und her irren und mehrmaligen aber nutzlosen Studium der Karten dafür entschied, einfach mal in einen Bus einzusteigen auf dem Markt stand. Ein Markt liegt ja meist zentral, also konnte das ja nicht so verkehrt sein, dachte ich mir. Lokale Busse in Goa zu fahren, nicht die Überlandbusse, ist irgendwie witzig. Es gibt einen Fahrer und einen der schreit und die Leute immer weiter in den Bus quetscht bis er voll ist, dann wird erst losgefahren und vom Schreihals abkassiert. Zu- und Aussteigen kann man jeder Zeit, wenn man den raus kommt, was einerseits maximale Flexibilität gibt, denn nur die Route ist vorgegeben, aber natürlich einen festen Busplan unmöglich macht und auch überaus langsam ist. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich das gut finden soll oder nicht, denn einerseits habe ich so zweimal schon losgefahrene Busse noch bekommen, andererseits ist es ziemlich nervig, wenn der Bus nicht weiter fährt weil der Schreihals der Meinung ist, dass noch nicht genügend Leute zugestiegen sind und deshalb irgendwo in der Pampa gehalten wird. Sowas kann störend sein wenn man sein Bus oder Zug oder sonstwas, was nach festen Zeiten läuft erreichen will. Zeit sollte man also mitbringen, in Indien allgemein.
In Panjim bin ich dann am Fischmarkt ausgestiegen und ein wenig, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr verwaiste, Promenade lang spaziert. Dabei ist dann auch der Träger meines Rucksacks gerissen, was sich für die nächsten Stunden als überaus hinderlich herausstellen sollten. Panjim ist speziell in den Morgenstunden wie ein kleines portugiesisches Fischerstädtchen mit zahlreichen erhaltenen Kolonialbauten. Da vor 10, 11 Uhr kaum Irgendwas aufhatte, bin ich dann also etwas durch die Altstadt geschlendert. Mein erstes Ziel war die bekannteste Kirche der Stadt, die der Heiligen Jungfrau der unbefleckten Empfängnis, wenn ich das richtig übersetzt habe. Ja den Einfluss der katholischen Kirche kann man wohl nirgends so deutlich in Indien sehen wie in Goa. Allerdings kann man hier wirklich von religiöser Toleranz sprechen, denn man findet in Goa auch überall Hindutempel und vereinzelt Moscheen. Da noch viel Zeit war habe ich mich dann auf den vom Reiseführer empfohlenen Weg begeben. Ich habe den Sitz des Erzbischofs gesehen, den Maruti-Tempel, so heißen hier also nicht nur die Autos und die Residenz des Hauptministers von Goa, welche im Vergleich zum Bischofssitz, der schon ein paar Jährchen alt war, doch relativ mickrig wirkte. Hier ist die Welt der katholischen Kirche noch in Ordnung und die Leute tragen ihr Geld lieber in die Kirche anstatt ihr Leben damit zu verbessern, obwohl man erwähnen muss, dass das Durchschnittseinkommen in Goa doch beträchtlich größer ist als im Rest von Indien, natürlich durch den Tourismus. Nach dieser doch recht anstrengenden Tour, bedingt dadurch, dass Panjim sehr hügelig ist und ich meinen Rucksack nur schlecht mit nur einem Träger transportieren konnte, fand sich gegen halb 12 endlich ein Schneider, der diesen Umstand beheben konnte. Alles in allem ist Panjim aber recht überschaubar und man ist relativ schnell von einem zum anderen Ende gelaufen. Mittags bin ich dann in das laut Reiseführer einzig noch original portugiesische Restaurant in Panjim eingekehrt, "A Ferradura". Das Restaurant war top und hätte so auch in jedem europäischen Land bestehen können, wenn nur nicht das Essen wieder so scharf gewesen wäre. Dafür gabs zwei kühle Bierchen als Ausgleich. Was mir in Panjim noch aufgefallen ist, die Leute wollten gar kein Trinkgeld haben und waren auch sonst überaus zuvorkommend, freundlich und höflich, ich hatte in dieser Stadt zu keiner Zeit, das Gefühl, dass mich einer übers Ohr hauen wollte, welches sich sonst in Indien auch an den Stränden Goas doch mehrmals einstellt. Also Panjim hat mir gefallen. Nach dem Mittagessen ging es dann zurück zum Busplatz auf nach Calangute und Baga.
In Calangute angekommen, wollte ich nach nervenaufreibender und durch die Hitze bedingt anstrengender Zimmersuche, nur noch eins: zum Strand! Am Strand angekommen der erste Schock abertausende von Indern bevölkerten den Eingang zum Strand, sodass man den Sand kaum noch gesehen hat. Allerdings durch den glücklichen Umstand, dass Inder grundsätzlich nichts alleine machen, war der Strand ca. 500m nördlich oder südlich fast unbelegt. Hier geht man halt nur mit Großfamilie baden und am besten noch zwei Nachbarsfamilien, naja wem es Spaß macht. Einziges wirkliches Ärgernis am Strand waren die Leute, die einem ständig Jetski oder ähnliches anbieten wollten. Den zehnten dieser Typen habe ich dann mal gefragt ob er wirklich der Auffassung sei, dass er der erste heute wäre, der mir an diesem Strand diese Frage stellt. Die Strände von Goa, die ich gesehen habe, sind wirklich traumhaft, meist sauber, man kleine Krebse und Muscheln im Sand beobachten, wie sie sich wieder einbuddeln, nachdem die Wellen sie freigespült hatten im Hintergrund sind Strandbars und Palmen. Am Strand hab ich dann ein Päarchen aus Irland kennengelernt (David und Emer, wohl ein gälischer Frauenname), die in Goa nur Zwischenhalt machten, bevor sie nach Australien auswanderten. Die haben mir auch dann gleich gesagt wo Abends so die Party geht und ich hatte Jemand, wo ich mein Zeug lassen konnte, um mich endlich in die Wellen stürzen zu können. Erfrischend war es nicht besonders, es war eher Badewannentemperatur und das Meer ist zur Monsunzeit auch sehr rau, d.h. viele auch starke aber unregelmäßige Wellen, da half dann auch der schönste Strand nix, war aber trotzdem klasse dort und nicht in Mumbai zu sein. Also verbrachte ich den Rest des Nachmittages am Strand
Das japanische Restaurant, dass im Reiseführer empfohlen wurde, gab es leider nicht mehr, sodass es diesmal wieder typisch indisch und viel zu scharf zum Abendbrot gab, dazu wieder das obligatorische Bier, denn ich war ja im Urlaub. Die Partymeile ist nicht direkt in Calangute, dass ist eher für Familien, da werden sozusagen Nachts die Bürgersteige hochgeklappt. Dafür musste man ca. 3 km nach Baga laufen. Man hätte auch Rikscha fahren können, aber der Preis für 3 km oder auch nur ein paar hundert Meter lag bei 100-200 Rupien, was ich dann einfach mal nicht eingesehen habe. Bin also in Goa nicht einmal Taxi oder Rikscha gefahren, ich hatte ja auch Zeit.
David und Emer habe ich dann leider den Abend nicht mehr wieder getroffen, die hatten gerade frische Handykarten für Indien sich geholt und doch tatsächlich geglaubt, dass diese am nächsten Tag schon funktionieren würden, Änfängerfehler könnte man sagen. Beim abklappern der Strandbars bin ich dann in einer gelandet, die sich Cafe del Mar nannte. Tolles Ding, hatte etwas von Lounge, dazu hat ein DJ, der House Musik aufgelegt hat, super Atmosphäre, bequeme weiße Kissen in Bastsesseln, relativ leer, klar letzte Woche und 2 sehr hübsche blonde Engländerinnen, die dort alleine saßen. Ich habe dann gefragt ob ich mich dazu setzten könnte und dann also eine Weile mit denen gefeiert. Wie sich herausstellte waren die erst 19, aber so sahen die nun wirklich nicht aus. Man verabredete sich dann später so gegen in der einzigen lokalen Disko zu treffen, wo noch was los war. Ich blieb noch ein wenig am Strand in einem Sessel liegen und genoß die Szenerie, bis ich mich dann auf den Weg zur Disco machte. Und das war mal echt schön da, also wirklich, ich hab echt laut gesagt, man ist das geil hier. Kühles Bier, am Strand, hinter dir die Bar mit dem DJ der Housemusik auflegt fast für einen alleine sozusagen; vor einem sieht man die Wellen sich in der Dunkelheit kräuseln, man hört das Rauschen des Meeres, ein leichte Briese kommt vom Wasser und in der Ferne sieht man die Lichter der großen Schiffe wie eine Perlenkette aufgereiht, die in den Hafen von Vasco einfahren, über einem die Sterne. Ein echt perfekter Moment, so könnte man sein ganzes Leben verbringen. Jetzt weiß ich warum die Hippies, damals nach Goa gekommen sind. Ich mein tagsüber denkt man in den Touristenorten wirklich, boa ey dafür bin ich eigentlich nicht her gekommen, aber Nachts ist mal wirklich sau geil. Interessant war vorallem die Szenerie am nächsten Tag zu sehen, wo Nachts noch die Tische bis fast ans Meer standen, waren am nächsten Tag nur noch ein paar liegen zu sehen und man hätte echt denken können man ist ganz woanders. Irgendwann konnte ich mich dann doch aufraffen, aber auch nur schweren Herzens von da weg, ich hatte ja noch ne Verabredung.
Der Eintritt in die Disco lag dann für indische Verhältnisse bei doch stattlichen 800 Rupien, das sind immerhin mehr als 13 Euro oder ca. 8 indische Tagessätze, naja dafür kostete das Bier nur 50 Rupien. Was für einen deutschen Studenten auch nicht wirklich billig ist, also so wie ich mir die Preise für Bier in 3. Welt Ländern halt vorgestellt habe, aber für die ganzen Iren und Engländer, die daheim in Dublin oder London mal schnell 6 bis 8 Euro für ein Pint lassen, war das natürlich ein Traum. In dem Club angekommen hab ich dann erstmal mit 2 anderen Engländerinnen und einem trinkfesten Iren gefeiert, deren Namen ich aber nicht mehr weiß und danach den ein ne ganze Weile mit einem sehr netten indischen Mädchen Namens Lucy getanzt und geredet. Die kam irgendwo aus dem tiefen Osten Indiens, wo man als Ausländer garnicht hin darf und bin natürlich gleich ins Fettnäpfchen getreten und habe sie gefragt aus welchem Teil von China sie denn kommt. Im Nachhinein ne witzige Geschichte, am nächsten Tag am Strand bei die Iren und Engländer auch dann der Brüller des Tages. Naja bei einem Telefonat am nächsten Tag hat man dann sehr schnell gemerkt, dann wir aus zwei verschiedenen Welten kommen, so ist das halt. Die indischen Leute die nach Goa kommen zum feiern sind ganz anders als im Rest Indiens, viel offener und so, da ist es wiedermal das andere Indien, also wieder eín anderes. Die beiden Engländerinnen von der Strandbar habe ich danach auch übrigens wieder getroffen. Die waren dann aber auch schon gut angeheitert und wollten wohl nur noch Leute dazu bringen auf dem elektrischen Bullen zu reiten, nach dem sie das auch selbst getan hatten. Das war relativ witzig und lustig bis eine etwas korpulente und sichtlich betrunkene Engländerin mit extrem kurzen Kleid, 2 Finger breit unterm Kö könnte man sagen, auf dieses Ding stieg. Sagen wir mal so das Kleid rutsche dann natürlich sehr hoch, die Zellulite und die Unterwäsche, welche sie glücklicherweise für alle Anwesenden noch an hatte, kam hervor und es war allen anderen Europäern sichtlich peinlich bzw. sie waren erschrocken. Sie fand es noch so toll, wie die ganzen Inder sie angegafft haben, da waren sie wieder die Klischees. Überhaupt war das ganze eine sehr Klischee behaftete Partfraktion, trinkfeste Iren und noch trinkfestere Engländerinnen, die sich daneben benehmen und je nach Alter sich an junge Inder ran machten. Als dann die Uhr wieder 03:30 oder auch etwas später anzeigte, machte ich mich dann auch langsam auf dem Heimweg. Auf halben Wege wurde ich dann noch von einer Prostituierten nagesprochen: "Mr. 10.000 Rupees". Auch das ist das andere Indien, speziell seitdem die Russenmafia etwas weiter nördlich viel Land aufgekauft hat. Aber alles in allem kann man sagen, das waren meine besten 24 h bisher in Indien gewesen, viel gesehen, viel gefeiert und viel Spaß gehabt. Ich hab den Tag auch sehr gut überstanden und nicht die üblichen Alkoholerscheinungen nach so einer Feier gehabt, was wohl im wesentlichen daran lag, dass ich über den Tag verteilt getrunken habe, 2 Mal relativ gut gegessen habe, ein Novum für Indien und natürlich diesmal auch ständig genügend Wasser getrunken hatte.
Am nächsten Tag bin ich dann Mittags wieder an den Strand zu den Iren und Engländerinnen und hab den Tag auch aufgrund des anstrengenden letzten Tages dann sehr entspannt verbracht. Mein ursprüngliche Plan ein Moped oder Motorroller zu mieten habe ich dann verworfen, da sich der Aufwand für die wenigen Stunden nicht gelohnt hätte und es mir außerdem dort auch gefallen hat. Die anderen Touristen haben einem auch erzählt, das weiter nördlich sogut wie garnichts mehr offen hat, weil halt die Saison sich dem Ende neigte und entspannend und ruhig war der Strand genug gewesen. Abends ist dann diese Gruppe in eine Bar um das FA-Cup Finale von England zu schauen. Mittlerweile war auch noch ein Deutscher zu uns gestoßen, der gehört hatte, wie ich mich mit den Iren über das deutsche Pokalfinale unterhalten habe, was wir beide unbedingt sehen wollten. Zwischendurch sind wir noch in eine Karaokestrandbar, wo die Engländerinnen, dann ein wenig geträllert haben, die eine konnte das wirklich gut, hatte aber auch den Klangkörper einer Valküre. Wir Deutschen haben uns dann zum DFB-Pokalspiel verabschiedet mit Versprechen sich später in einer Disco/Club wieder zu treffen. Das Spiel konnte ich zwar auf Leinwand sehen, aber die Inder sind nicht so Fußball verrückt, was sich in ständigen Störungen, wie Leuten, die durchs Bild liefen bemerkbar machte. Naja danach wollten wir noch in den Club, aber da wollten die 1200 Rupien Eintritt haben, sprich 20 €, zwar dann freie Getränke, aber es war auch schon wieder 02:30 und da hätte ich ja dann noch vergleichsweise 24 Bier trinken müssen um darauf wieder zu kommen. Also lies ich den Abend dann ausklingen. Auch der Versuch zu meiner so geliebten Strandbar zurück zu kehren war erfolglos, da diese bereits zu hatte.
Ich hatte das Gefühl, dass viele Preise in Goa furchtbar überhöht für Indien sind und die Leute das aber als normal empfinden. Ich glaube die Leute machen hier die selben Fehler, welche man in den 90er und 2000er Jahren auch in so Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien gemacht hatte. Die Preise steigen und steigen, weil man denkt die Touristen werden schon immer weiter kommen. Ich meine klar wenn man speziell unsere europäischen Inselbewohner sieht, die für jeden Mist teilweise irrwitzige Preise zahlen, kann man sich vorstellen, wie die Leute auf die Idee kommen, aber das die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit darunter leidet und man einmal vergraulte Touristen nur schwer wieder zurückgewinnt ist ihnen nicht klar. Aber die Inder sind allgemein keine Freunde des langfristigen Denkens. Ich jedenfalls habe mich bei vielem deshalb eher zurückgehalten, siehe Taxifahrten, Eintrittspreise. Ich hätte schon noch etwas Geld am Samstag gelassen, aber nicht mehr soviel um die Zeit. Am schlimmsten ist wie speziell die Inder mit ihren Stränden umgehen, ich meine noch geht es, aber die machen sich gar keinen Kopf. Irgendwer anderes wird schon den Müll wegräumen, dass aber die Strände Goas einziges Kapital sind und der Grund warum soviele Touristen kommen, dass sehen sie nicht. Also die Europäer, selbst die Inselaffen, haben versucht ihren Müll mit zunehmen, aber da wo die Masse der Inder war, das sah es auch dann nicht mehr gut aus.
Fazit Goa: Gut zum entspannen, erholen un abschalten von Mumbai, sicherlich cool mit Kumpels da zu feiern, aber doch auch nicht so günstig wie ich dachte. Selbst die Iren haben gesagt, also nochmal müssen die da nicht hin. Ich hab ein paar Bilder von der Hochsaison gesehen, wo der ganze Strand tanzt und feiert, dass ist bestimmt sehr cool, aber kann man im Endeffekt auch am Mittelmeer günstiger haben.
Am Sonntag war dann nur noch Abreise, auch deshalb weil mein kratzender Hals, den ich mir durch die Büroklimaanlage eingefangen habe, sich nach 2 Tagen rauschen zu einer mächtigen Erkältung gemausert hatte. Besonders toll war es im Flugzeug, als der Spaß dann auch auf die Ohren ging und ich rechts nichts mehr hören konnte am Sonntag.
Heute gehts wieder, Abends ist Championsleague-Finale. So Schluss für heute, denn ich muss sagen ich hab jetzt echt einige Stunden daran geschrieben.
In Panjim bin ich dann am Fischmarkt ausgestiegen und ein wenig, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr verwaiste, Promenade lang spaziert. Dabei ist dann auch der Träger meines Rucksacks gerissen, was sich für die nächsten Stunden als überaus hinderlich herausstellen sollten. Panjim ist speziell in den Morgenstunden wie ein kleines portugiesisches Fischerstädtchen mit zahlreichen erhaltenen Kolonialbauten. Da vor 10, 11 Uhr kaum Irgendwas aufhatte, bin ich dann also etwas durch die Altstadt geschlendert. Mein erstes Ziel war die bekannteste Kirche der Stadt, die der Heiligen Jungfrau der unbefleckten Empfängnis, wenn ich das richtig übersetzt habe. Ja den Einfluss der katholischen Kirche kann man wohl nirgends so deutlich in Indien sehen wie in Goa. Allerdings kann man hier wirklich von religiöser Toleranz sprechen, denn man findet in Goa auch überall Hindutempel und vereinzelt Moscheen. Da noch viel Zeit war habe ich mich dann auf den vom Reiseführer empfohlenen Weg begeben. Ich habe den Sitz des Erzbischofs gesehen, den Maruti-Tempel, so heißen hier also nicht nur die Autos und die Residenz des Hauptministers von Goa, welche im Vergleich zum Bischofssitz, der schon ein paar Jährchen alt war, doch relativ mickrig wirkte. Hier ist die Welt der katholischen Kirche noch in Ordnung und die Leute tragen ihr Geld lieber in die Kirche anstatt ihr Leben damit zu verbessern, obwohl man erwähnen muss, dass das Durchschnittseinkommen in Goa doch beträchtlich größer ist als im Rest von Indien, natürlich durch den Tourismus. Nach dieser doch recht anstrengenden Tour, bedingt dadurch, dass Panjim sehr hügelig ist und ich meinen Rucksack nur schlecht mit nur einem Träger transportieren konnte, fand sich gegen halb 12 endlich ein Schneider, der diesen Umstand beheben konnte. Alles in allem ist Panjim aber recht überschaubar und man ist relativ schnell von einem zum anderen Ende gelaufen. Mittags bin ich dann in das laut Reiseführer einzig noch original portugiesische Restaurant in Panjim eingekehrt, "A Ferradura". Das Restaurant war top und hätte so auch in jedem europäischen Land bestehen können, wenn nur nicht das Essen wieder so scharf gewesen wäre. Dafür gabs zwei kühle Bierchen als Ausgleich. Was mir in Panjim noch aufgefallen ist, die Leute wollten gar kein Trinkgeld haben und waren auch sonst überaus zuvorkommend, freundlich und höflich, ich hatte in dieser Stadt zu keiner Zeit, das Gefühl, dass mich einer übers Ohr hauen wollte, welches sich sonst in Indien auch an den Stränden Goas doch mehrmals einstellt. Also Panjim hat mir gefallen. Nach dem Mittagessen ging es dann zurück zum Busplatz auf nach Calangute und Baga.
In Calangute angekommen, wollte ich nach nervenaufreibender und durch die Hitze bedingt anstrengender Zimmersuche, nur noch eins: zum Strand! Am Strand angekommen der erste Schock abertausende von Indern bevölkerten den Eingang zum Strand, sodass man den Sand kaum noch gesehen hat. Allerdings durch den glücklichen Umstand, dass Inder grundsätzlich nichts alleine machen, war der Strand ca. 500m nördlich oder südlich fast unbelegt. Hier geht man halt nur mit Großfamilie baden und am besten noch zwei Nachbarsfamilien, naja wem es Spaß macht. Einziges wirkliches Ärgernis am Strand waren die Leute, die einem ständig Jetski oder ähnliches anbieten wollten. Den zehnten dieser Typen habe ich dann mal gefragt ob er wirklich der Auffassung sei, dass er der erste heute wäre, der mir an diesem Strand diese Frage stellt. Die Strände von Goa, die ich gesehen habe, sind wirklich traumhaft, meist sauber, man kleine Krebse und Muscheln im Sand beobachten, wie sie sich wieder einbuddeln, nachdem die Wellen sie freigespült hatten im Hintergrund sind Strandbars und Palmen. Am Strand hab ich dann ein Päarchen aus Irland kennengelernt (David und Emer, wohl ein gälischer Frauenname), die in Goa nur Zwischenhalt machten, bevor sie nach Australien auswanderten. Die haben mir auch dann gleich gesagt wo Abends so die Party geht und ich hatte Jemand, wo ich mein Zeug lassen konnte, um mich endlich in die Wellen stürzen zu können. Erfrischend war es nicht besonders, es war eher Badewannentemperatur und das Meer ist zur Monsunzeit auch sehr rau, d.h. viele auch starke aber unregelmäßige Wellen, da half dann auch der schönste Strand nix, war aber trotzdem klasse dort und nicht in Mumbai zu sein. Also verbrachte ich den Rest des Nachmittages am Strand
Das japanische Restaurant, dass im Reiseführer empfohlen wurde, gab es leider nicht mehr, sodass es diesmal wieder typisch indisch und viel zu scharf zum Abendbrot gab, dazu wieder das obligatorische Bier, denn ich war ja im Urlaub. Die Partymeile ist nicht direkt in Calangute, dass ist eher für Familien, da werden sozusagen Nachts die Bürgersteige hochgeklappt. Dafür musste man ca. 3 km nach Baga laufen. Man hätte auch Rikscha fahren können, aber der Preis für 3 km oder auch nur ein paar hundert Meter lag bei 100-200 Rupien, was ich dann einfach mal nicht eingesehen habe. Bin also in Goa nicht einmal Taxi oder Rikscha gefahren, ich hatte ja auch Zeit.
David und Emer habe ich dann leider den Abend nicht mehr wieder getroffen, die hatten gerade frische Handykarten für Indien sich geholt und doch tatsächlich geglaubt, dass diese am nächsten Tag schon funktionieren würden, Änfängerfehler könnte man sagen. Beim abklappern der Strandbars bin ich dann in einer gelandet, die sich Cafe del Mar nannte. Tolles Ding, hatte etwas von Lounge, dazu hat ein DJ, der House Musik aufgelegt hat, super Atmosphäre, bequeme weiße Kissen in Bastsesseln, relativ leer, klar letzte Woche und 2 sehr hübsche blonde Engländerinnen, die dort alleine saßen. Ich habe dann gefragt ob ich mich dazu setzten könnte und dann also eine Weile mit denen gefeiert. Wie sich herausstellte waren die erst 19, aber so sahen die nun wirklich nicht aus. Man verabredete sich dann später so gegen in der einzigen lokalen Disko zu treffen, wo noch was los war. Ich blieb noch ein wenig am Strand in einem Sessel liegen und genoß die Szenerie, bis ich mich dann auf den Weg zur Disco machte. Und das war mal echt schön da, also wirklich, ich hab echt laut gesagt, man ist das geil hier. Kühles Bier, am Strand, hinter dir die Bar mit dem DJ der Housemusik auflegt fast für einen alleine sozusagen; vor einem sieht man die Wellen sich in der Dunkelheit kräuseln, man hört das Rauschen des Meeres, ein leichte Briese kommt vom Wasser und in der Ferne sieht man die Lichter der großen Schiffe wie eine Perlenkette aufgereiht, die in den Hafen von Vasco einfahren, über einem die Sterne. Ein echt perfekter Moment, so könnte man sein ganzes Leben verbringen. Jetzt weiß ich warum die Hippies, damals nach Goa gekommen sind. Ich mein tagsüber denkt man in den Touristenorten wirklich, boa ey dafür bin ich eigentlich nicht her gekommen, aber Nachts ist mal wirklich sau geil. Interessant war vorallem die Szenerie am nächsten Tag zu sehen, wo Nachts noch die Tische bis fast ans Meer standen, waren am nächsten Tag nur noch ein paar liegen zu sehen und man hätte echt denken können man ist ganz woanders. Irgendwann konnte ich mich dann doch aufraffen, aber auch nur schweren Herzens von da weg, ich hatte ja noch ne Verabredung.
Der Eintritt in die Disco lag dann für indische Verhältnisse bei doch stattlichen 800 Rupien, das sind immerhin mehr als 13 Euro oder ca. 8 indische Tagessätze, naja dafür kostete das Bier nur 50 Rupien. Was für einen deutschen Studenten auch nicht wirklich billig ist, also so wie ich mir die Preise für Bier in 3. Welt Ländern halt vorgestellt habe, aber für die ganzen Iren und Engländer, die daheim in Dublin oder London mal schnell 6 bis 8 Euro für ein Pint lassen, war das natürlich ein Traum. In dem Club angekommen hab ich dann erstmal mit 2 anderen Engländerinnen und einem trinkfesten Iren gefeiert, deren Namen ich aber nicht mehr weiß und danach den ein ne ganze Weile mit einem sehr netten indischen Mädchen Namens Lucy getanzt und geredet. Die kam irgendwo aus dem tiefen Osten Indiens, wo man als Ausländer garnicht hin darf und bin natürlich gleich ins Fettnäpfchen getreten und habe sie gefragt aus welchem Teil von China sie denn kommt. Im Nachhinein ne witzige Geschichte, am nächsten Tag am Strand bei die Iren und Engländer auch dann der Brüller des Tages. Naja bei einem Telefonat am nächsten Tag hat man dann sehr schnell gemerkt, dann wir aus zwei verschiedenen Welten kommen, so ist das halt. Die indischen Leute die nach Goa kommen zum feiern sind ganz anders als im Rest Indiens, viel offener und so, da ist es wiedermal das andere Indien, also wieder eín anderes. Die beiden Engländerinnen von der Strandbar habe ich danach auch übrigens wieder getroffen. Die waren dann aber auch schon gut angeheitert und wollten wohl nur noch Leute dazu bringen auf dem elektrischen Bullen zu reiten, nach dem sie das auch selbst getan hatten. Das war relativ witzig und lustig bis eine etwas korpulente und sichtlich betrunkene Engländerin mit extrem kurzen Kleid, 2 Finger breit unterm Kö könnte man sagen, auf dieses Ding stieg. Sagen wir mal so das Kleid rutsche dann natürlich sehr hoch, die Zellulite und die Unterwäsche, welche sie glücklicherweise für alle Anwesenden noch an hatte, kam hervor und es war allen anderen Europäern sichtlich peinlich bzw. sie waren erschrocken. Sie fand es noch so toll, wie die ganzen Inder sie angegafft haben, da waren sie wieder die Klischees. Überhaupt war das ganze eine sehr Klischee behaftete Partfraktion, trinkfeste Iren und noch trinkfestere Engländerinnen, die sich daneben benehmen und je nach Alter sich an junge Inder ran machten. Als dann die Uhr wieder 03:30 oder auch etwas später anzeigte, machte ich mich dann auch langsam auf dem Heimweg. Auf halben Wege wurde ich dann noch von einer Prostituierten nagesprochen: "Mr. 10.000 Rupees". Auch das ist das andere Indien, speziell seitdem die Russenmafia etwas weiter nördlich viel Land aufgekauft hat. Aber alles in allem kann man sagen, das waren meine besten 24 h bisher in Indien gewesen, viel gesehen, viel gefeiert und viel Spaß gehabt. Ich hab den Tag auch sehr gut überstanden und nicht die üblichen Alkoholerscheinungen nach so einer Feier gehabt, was wohl im wesentlichen daran lag, dass ich über den Tag verteilt getrunken habe, 2 Mal relativ gut gegessen habe, ein Novum für Indien und natürlich diesmal auch ständig genügend Wasser getrunken hatte.
Am nächsten Tag bin ich dann Mittags wieder an den Strand zu den Iren und Engländerinnen und hab den Tag auch aufgrund des anstrengenden letzten Tages dann sehr entspannt verbracht. Mein ursprüngliche Plan ein Moped oder Motorroller zu mieten habe ich dann verworfen, da sich der Aufwand für die wenigen Stunden nicht gelohnt hätte und es mir außerdem dort auch gefallen hat. Die anderen Touristen haben einem auch erzählt, das weiter nördlich sogut wie garnichts mehr offen hat, weil halt die Saison sich dem Ende neigte und entspannend und ruhig war der Strand genug gewesen. Abends ist dann diese Gruppe in eine Bar um das FA-Cup Finale von England zu schauen. Mittlerweile war auch noch ein Deutscher zu uns gestoßen, der gehört hatte, wie ich mich mit den Iren über das deutsche Pokalfinale unterhalten habe, was wir beide unbedingt sehen wollten. Zwischendurch sind wir noch in eine Karaokestrandbar, wo die Engländerinnen, dann ein wenig geträllert haben, die eine konnte das wirklich gut, hatte aber auch den Klangkörper einer Valküre. Wir Deutschen haben uns dann zum DFB-Pokalspiel verabschiedet mit Versprechen sich später in einer Disco/Club wieder zu treffen. Das Spiel konnte ich zwar auf Leinwand sehen, aber die Inder sind nicht so Fußball verrückt, was sich in ständigen Störungen, wie Leuten, die durchs Bild liefen bemerkbar machte. Naja danach wollten wir noch in den Club, aber da wollten die 1200 Rupien Eintritt haben, sprich 20 €, zwar dann freie Getränke, aber es war auch schon wieder 02:30 und da hätte ich ja dann noch vergleichsweise 24 Bier trinken müssen um darauf wieder zu kommen. Also lies ich den Abend dann ausklingen. Auch der Versuch zu meiner so geliebten Strandbar zurück zu kehren war erfolglos, da diese bereits zu hatte.
Ich hatte das Gefühl, dass viele Preise in Goa furchtbar überhöht für Indien sind und die Leute das aber als normal empfinden. Ich glaube die Leute machen hier die selben Fehler, welche man in den 90er und 2000er Jahren auch in so Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien gemacht hatte. Die Preise steigen und steigen, weil man denkt die Touristen werden schon immer weiter kommen. Ich meine klar wenn man speziell unsere europäischen Inselbewohner sieht, die für jeden Mist teilweise irrwitzige Preise zahlen, kann man sich vorstellen, wie die Leute auf die Idee kommen, aber das die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit darunter leidet und man einmal vergraulte Touristen nur schwer wieder zurückgewinnt ist ihnen nicht klar. Aber die Inder sind allgemein keine Freunde des langfristigen Denkens. Ich jedenfalls habe mich bei vielem deshalb eher zurückgehalten, siehe Taxifahrten, Eintrittspreise. Ich hätte schon noch etwas Geld am Samstag gelassen, aber nicht mehr soviel um die Zeit. Am schlimmsten ist wie speziell die Inder mit ihren Stränden umgehen, ich meine noch geht es, aber die machen sich gar keinen Kopf. Irgendwer anderes wird schon den Müll wegräumen, dass aber die Strände Goas einziges Kapital sind und der Grund warum soviele Touristen kommen, dass sehen sie nicht. Also die Europäer, selbst die Inselaffen, haben versucht ihren Müll mit zunehmen, aber da wo die Masse der Inder war, das sah es auch dann nicht mehr gut aus.
Fazit Goa: Gut zum entspannen, erholen un abschalten von Mumbai, sicherlich cool mit Kumpels da zu feiern, aber doch auch nicht so günstig wie ich dachte. Selbst die Iren haben gesagt, also nochmal müssen die da nicht hin. Ich hab ein paar Bilder von der Hochsaison gesehen, wo der ganze Strand tanzt und feiert, dass ist bestimmt sehr cool, aber kann man im Endeffekt auch am Mittelmeer günstiger haben.
Am Sonntag war dann nur noch Abreise, auch deshalb weil mein kratzender Hals, den ich mir durch die Büroklimaanlage eingefangen habe, sich nach 2 Tagen rauschen zu einer mächtigen Erkältung gemausert hatte. Besonders toll war es im Flugzeug, als der Spaß dann auch auf die Ohren ging und ich rechts nichts mehr hören konnte am Sonntag.
Heute gehts wieder, Abends ist Championsleague-Finale. So Schluss für heute, denn ich muss sagen ich hab jetzt echt einige Stunden daran geschrieben.
Mittwoch, 12. Mai 2010
Mittwoch, 12. Mai. Heute etwas mehr.
Hallo alle miteinander, heute also ein etwas verlängerter Wochenrückblick, der im wesentlichen der Tatsache geschuldet ist, dass letzte Woche nicht allzu viel Weltbewegendes in Mumbai vor sich ging. Dafür heute wieder etwas mehr.
Letzten Mittwoch war mal wieder deutscher Stammtisch in Mumbai, welcher unter neuer Leitung steht und seitdem nur noch alle 2 Wochen ausgetragen wird, was ich für überaus richtig halte. Es ging diesmal wieder ins Out of the blue, wo auch schon mein erster Stammtisch stattfand. Von den knapp 250 Leuten, die aktuell wohl im E-Mail-Verteiler angemeldet sind, war allerdings nur die überschaubare Menge von 15 Leuten an diesem Abend anwesend. Dieser Zustand tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Endlich mal wieder Schweinefleisch essen. Besonders erfreulich war diesmal der hohe Anteil verhältnismäßig junger Leute, also mein Alter, sodass ich jetzt ein paar Leute gefunden habe, mit denen man auch mal ordentlich Abends weg gehen kann. Fazit also für Mittwoch den 5. Mai, gut gegessen, gut getrunken, endlich normale Menschen mit denen man zum Beispiel auch ne Runde Skat spielen kann, blos gut dass ich die Karten mit nach Indien genommen habe!
Samstag dann sogleich zusammen mit einem neuen Kollegen bei einem vom Stammtisch, der für ne Hamburger Firma hier 3 bis 5 Jahre sein wird, schön den letzten Bundesligaspieltag auf einem Flachbildschirm geschaut. Wenigstens den letzten Spieltag vernünftig in geselliger Runde gesehen. Der bekommt übrigens seine Wohnung im 9. Stock von der Firma bezahlt. Die knapp 100 m² in Bandra kosten übrigens 2500€ Miete im Monat. Ja es heißt nicht nur Mumbai sei einer der teuersten Städte der Welt, dass ist auch so. Der Hammer ist, das Gebäude ist offiziell nur für 3 Stockwerke bei den Ämtern registriert, was die Inder aber nicht davon abhielt, da einfach nochmal 6 Stockwerke rauf zu setzen. Allerdings bekommt das Gebäude deshalb auch nur Wasser für 3 Stockwerke, sodass man fließend Wasser nur abends und morgens ein paar Stunden zur Verfügung hat, so haben halt alle Bewohner Reservetanks in ihren Wohnungen. Ein Irrsinn den es wohl nur in Indien geben kann, 2500 im Monat, aber dann nichtmal durchgehend fließend Wasser, ach so es geht auch nur einer von 2 Fahrstühlen im Haus, da Strom gespart werden muss! Ansonsten ist die Wohnung super, bomben Ausblick, Boden alles mit feinen Steinplatten, so könnte ich in Indien auch überleben.
Nach mehreren Bierchen und einer Bestellung bei McDonalds, ja die liefern hier ihr Essen auch nach Hause, ging es dann ins obligatorische Totos. Da es an diesem Abend besonders heiß war in Mumbai, ich also viel geschitzt habe, man in überfüllten indischen Bars nur schwer Wasser zum reichlichen Bier bestellen kann, die verstehen garnicht warum man unbedingt Wasser will, und der Abend diesmal nicht vor 4 Uhr geendet hatte, ging es mir am nächsten Tag nicht wirklich gut. Nach dem ersten richtigen Trinken in Indien folgte dann also am Sonntag die erste Kopfschmerztablette am Tag danach. Was mich allerdings am Sonntag Abend als ich wieder Hunger verspüren wollte, nicht davon abhielt, mit ungefähr den selben Leuten indisch essen zu gehen und danach noch ein paar Bierchen in der klimatisierten Wohnung des Vortages zu trinken. Das Essen war erstaunlich gut und in dem Luxusappartment lässt es sich doch wesentlich besser aushalten als bei mir in meiner Sauna / Waschküche.

Wo wir grad beim Essen sind, die Frucht rechts heißt übrigens Jack- oder Jakobsfrucht schmeckt ganz ok und so ein wenig nach Banane, aber süßer und saftiger, hat auch einen Hauch Ananasaroma, aber den Hauptgeschmack kann ich nicht beschreiben, weil ich etwas Derartiges noch nicht gegessen habe. Mangos sind hier übrigens kleiner als bei uns, dafür knall orange und weich und nicht gelb und faserig, schmeckt hier aber um Welten nochmal besser.

Der erste Anzug war übrigens schon letzten Donnerstag fertig, sieht gut aus, ich musste ihn aber nochmal für ein zwei kleine Änderungen zurückgeben. Die Arme etwas länger und an den Schultern mehr Platz, der war wohl doch etwas eng, naja morgen ist er wieder fertig und der andere wohl Montag.
An diesem Montag war ich übrigens bei der FRRO, dass ist hier die berühmt berüchtigte Registrierungsbehörde. Eigentlich kann ich mich mit meiner Art Visum dort garnicht registrieren. Nachdem jetzt allerdings mehrfach Erzählungen von Leuten die Runde machten, welche am Flughafen nicht ausreisen konnten, weil sie sich eben gerade nicht registriert hatten, obwohl sie es nicht konnten, hatte ich mir dann doch Sorgen gemacht. Komischerweise konnten diese dann nachdem sie ihren Flug unnötig verpasst hatten, sich auf einmal doch registrieren lassen und verspätet und mit neuem teuren Ticket Tage später ausreisen. Aufgrund dessen lies ich mich zu einem Telefonat hinreissen indem ich der Behörde den Sachverhalt schilderte, worauf ich von einer jungen Frau zu hören bekam: Fahren sie am Ausreisetag einfach zum Flughafen und sie werden ja sehen was passiert, wenn sie nicht ausreisen dürfen, können sie ja nochmal persönlich zu uns kommen!!! Der absolute Hammer oder? Auf meinen wohlbegründeten Einwand, dass dies gerade nicht geschehen sollte und überhaupt der Grund meines Anrufes ist, sagte sie mir dann, sie könne jetzt mit mir die Visabestimmungen nicht am Telefon diskutieren, da diese geheim wären (Original O-Ton: "Confidential"). Aha man soll sich also an alle Regel halten, nur wissen dürfe man sie nicht, da man sich ja sonst noch darauf berufen könnte. Ja das verstehe ich natürlich! Naja jedenfalls habe ich Montag Morgen zusammen mit 2 Kollegen nun den halben Tag auf dieser Behörde verschwendet, in der Hoffnung doch etwas schhriftliches von denen zu bekommen, dass ich am Flughafen vorzeigen könnte. Pustekuchen, so eine blöde Faltblatt Broschüre gabs in denen die Visarichtlinien wie auf der Internetseite nochmals erklärt waren. Dieser Zettel hat natürlich eine Beweiskraft von Nullkommanix. Die Frage ob sich nicht vielleicht etwas geändert haben könnte, was hier regelmäßig passiert, aber nicht immer alle im ersten Jahr gleich mitbekommen, sagte man uns nein, es wäre 100% alles in Ordnung. Das es wohl nicht so ist, zeigte die Miene eines anderen Beamten der unserer Gespräch vor Ort aus dem Hintergrund belauschte und der allem Anschein nach das Problem wohl kannte, denn da müssen ja wohl schon einige vom Flughafen aufgelaufen sein, was ihn allerdings nicht dazu veranlasste überhaupt irgendetwas für uns zu tun. Naja ein Kollege will ja am Montag nach Hause fliegen, das ist dann der Feldversuch für VW, ich habe also noch viel Zeit bei der Behörde mehrmals vorzusprechen. Einer beim Stammtisch erzählte mir übrigens, dass er schonmal nicht ausreisen durfte, weil der Gerade der 15. des Monats oder so war und das wohl kurz vor einer Steuerzahlung war und er hätte ja für immer verschwinden und dem Land noch Geld schulden können. Ich bin ja mal gespannt wie das bei mir im Juli wird, ganz ehrlich!
Gestern Abend war ich dann wieder in oben genannter Wohnung auf ein paar kühle Bier und zum Skat spielen. Als ich dann gegen Nachts halb 1 nach Hause lief, fühlte es sich das erste Mail ein bißchen an wie Urlaub, wenn man die Arbeit gestern und heute ausblendet. Halbwegs angenehme Temperatur, kühles Wegbier, gute Laune und für indische Verhältnisse leere Straßen und Ruhe. Leer sind die Straßen hier nie, da immer irgendwer auf dem Bürgersteig schläft, streunende Hunde rumlaufen, die Tagsüber wegen der Hitze meist schlafen, und von irgendwoher immer eine knatternde Rikscha oder ein altes Motorrad ankommt. Aber das war trotzdem echt mal cool. Das Wegbier haben ich übrigens aus einer Tüte trinken müssen, also verdeckt, das haben die hier nicht gerne. Ich dachte immer, das würde erst passieren , falls ich mal nach Amerika reise. Ist auch etwas komisch, wenn kleine Haustiere am Straßenrand verenden und von Raben gefressen werden, dann ist das normal und keiner stört sich dran. Nicht viel mehr Mitgefühl wird den Armen entgegen gebracht. Man ist sich hier nicht immer wirklich sicher ob die Leute, die am Straßenrand liegen, nur schlafen oder schon Tod sind, aber das schert auch Keinen, aber wehe es wird ein Bier auf offener Straße getrunken. Manche Dinge kann man als Europäer auch mit viel Einfühlungsvermögen einfach nicht verstehen.
Jetzt nochmal zu einem ernsten Thema, eigentlich wollte ich ja nicht darüber schreiben, aber die Inder lassen einem keine Wahl. Als ich in Delhi war und mir mein Fahrer erzählte, welches Buch er gerade mit Begeisterung lese und wie toll er das doch finde, vor allem die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Indern, da war mir schon alles klar worum es gleich gehen würde. Es ging natürlich um Adolf Hitlers "Mein Kampf". Das ist hier teilweise übliche Lektüre, denn die Swastika ist ja ein hier ein religiöses Symbol und viele Inder, wo sich ja besonders die höheren Kasten auf die Arier berufen, denken wohl sie kommen da gut weg, Herrenrasse und so weiter. Die Arier gab es wirklich und sie waren ein nomadische Reitervölker aus Innerasien (eher hellhäutig), die im Laufe der letzten zwei Jahrtausende Indien eroberten und zur Abgrenzung von den drawidischen Ureinwohnern (eher dunkelhäutig), dass Kastensystem einführten. Dieses Land hat trotz seiner enormen Vielfalt in jeden Lebenslagen einen so starken Rassismus manifestiert in seinem Religionssystem, dass es kaum zu glauben ist, von wegen tolerantes Indien. Ich meine, dass die Inder gleich welches sozialen Status überaus Stolz auf ihr Land sind und die meisten, obwohl oder gerade deswegen sie noch nie im Ausland waren, es für das beste auf der Welt halten ist ok. Auch dass sie deshalb gerne Bücher lesen in denen Sie gut wegkommen und auch ihre religiösen Festen ihre Symbole weiter benutzen, alles richtig. Das kann man alles als Unbedarfheit oder ihr gutes Recht bezeichnen. Aber manche Dinge gehen einfach gar nicht. Eins davon ist das Hitler Cross Restaurant in Delhi (zu dt. Hitlers Kreuz). In dem wohl erst nach massiven internationalen Protesten aufgehört wurde Propaganda Bilder und Filme der Nazis zu zeigen. Eins davon soll es jetzt auch in Mumbai geben. Es gab da wohl auch mal einen Spiegelartikel dazu, aber das kann ja jeder selber in einer Suchmaschine eingeben, wenn er möchte. Interkulturelle Kompetenz und Wissen über andere Länder und Geschehnisse sind in Indien, wenn sie nicht positiv über das Land berichten, nicht gerade sehr verbreitet. Aber jedenfalls als ich das gestern Dienstag hörte, dachte ich mir oh man!
So das war heute verdammt viel Text. Freitag sehr früh am Morgen fliege ich dann nach Goa. Ein Wochenende von Mumbai erholen. Also neues von mir, dann wohl Sonntag Abend oder Anfang nächster Woche.
P.S.: Unsere kleine Katze daheim bekommt übrigens demnächst Junge und das Muttertier ist ne verdammt schöne Katze. Wer also zufällig gerade überlegt sich ein Haustier anzuschaffen, kann sich gerne mal bei mir melden, dann leite ich das weiter an meine Eltern. Bei Bedarf kann ich hier auch gerne ein paar Bilder dazu veröffentlichen.
Bis die Tage
Letzten Mittwoch war mal wieder deutscher Stammtisch in Mumbai, welcher unter neuer Leitung steht und seitdem nur noch alle 2 Wochen ausgetragen wird, was ich für überaus richtig halte. Es ging diesmal wieder ins Out of the blue, wo auch schon mein erster Stammtisch stattfand. Von den knapp 250 Leuten, die aktuell wohl im E-Mail-Verteiler angemeldet sind, war allerdings nur die überschaubare Menge von 15 Leuten an diesem Abend anwesend. Dieser Zustand tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Endlich mal wieder Schweinefleisch essen. Besonders erfreulich war diesmal der hohe Anteil verhältnismäßig junger Leute, also mein Alter, sodass ich jetzt ein paar Leute gefunden habe, mit denen man auch mal ordentlich Abends weg gehen kann. Fazit also für Mittwoch den 5. Mai, gut gegessen, gut getrunken, endlich normale Menschen mit denen man zum Beispiel auch ne Runde Skat spielen kann, blos gut dass ich die Karten mit nach Indien genommen habe!
Samstag dann sogleich zusammen mit einem neuen Kollegen bei einem vom Stammtisch, der für ne Hamburger Firma hier 3 bis 5 Jahre sein wird, schön den letzten Bundesligaspieltag auf einem Flachbildschirm geschaut. Wenigstens den letzten Spieltag vernünftig in geselliger Runde gesehen. Der bekommt übrigens seine Wohnung im 9. Stock von der Firma bezahlt. Die knapp 100 m² in Bandra kosten übrigens 2500€ Miete im Monat. Ja es heißt nicht nur Mumbai sei einer der teuersten Städte der Welt, dass ist auch so. Der Hammer ist, das Gebäude ist offiziell nur für 3 Stockwerke bei den Ämtern registriert, was die Inder aber nicht davon abhielt, da einfach nochmal 6 Stockwerke rauf zu setzen. Allerdings bekommt das Gebäude deshalb auch nur Wasser für 3 Stockwerke, sodass man fließend Wasser nur abends und morgens ein paar Stunden zur Verfügung hat, so haben halt alle Bewohner Reservetanks in ihren Wohnungen. Ein Irrsinn den es wohl nur in Indien geben kann, 2500 im Monat, aber dann nichtmal durchgehend fließend Wasser, ach so es geht auch nur einer von 2 Fahrstühlen im Haus, da Strom gespart werden muss! Ansonsten ist die Wohnung super, bomben Ausblick, Boden alles mit feinen Steinplatten, so könnte ich in Indien auch überleben.
Nach mehreren Bierchen und einer Bestellung bei McDonalds, ja die liefern hier ihr Essen auch nach Hause, ging es dann ins obligatorische Totos. Da es an diesem Abend besonders heiß war in Mumbai, ich also viel geschitzt habe, man in überfüllten indischen Bars nur schwer Wasser zum reichlichen Bier bestellen kann, die verstehen garnicht warum man unbedingt Wasser will, und der Abend diesmal nicht vor 4 Uhr geendet hatte, ging es mir am nächsten Tag nicht wirklich gut. Nach dem ersten richtigen Trinken in Indien folgte dann also am Sonntag die erste Kopfschmerztablette am Tag danach. Was mich allerdings am Sonntag Abend als ich wieder Hunger verspüren wollte, nicht davon abhielt, mit ungefähr den selben Leuten indisch essen zu gehen und danach noch ein paar Bierchen in der klimatisierten Wohnung des Vortages zu trinken. Das Essen war erstaunlich gut und in dem Luxusappartment lässt es sich doch wesentlich besser aushalten als bei mir in meiner Sauna / Waschküche.
Wo wir grad beim Essen sind, die Frucht rechts heißt übrigens Jack- oder Jakobsfrucht schmeckt ganz ok und so ein wenig nach Banane, aber süßer und saftiger, hat auch einen Hauch Ananasaroma, aber den Hauptgeschmack kann ich nicht beschreiben, weil ich etwas Derartiges noch nicht gegessen habe. Mangos sind hier übrigens kleiner als bei uns, dafür knall orange und weich und nicht gelb und faserig, schmeckt hier aber um Welten nochmal besser.
Der erste Anzug war übrigens schon letzten Donnerstag fertig, sieht gut aus, ich musste ihn aber nochmal für ein zwei kleine Änderungen zurückgeben. Die Arme etwas länger und an den Schultern mehr Platz, der war wohl doch etwas eng, naja morgen ist er wieder fertig und der andere wohl Montag.
An diesem Montag war ich übrigens bei der FRRO, dass ist hier die berühmt berüchtigte Registrierungsbehörde. Eigentlich kann ich mich mit meiner Art Visum dort garnicht registrieren. Nachdem jetzt allerdings mehrfach Erzählungen von Leuten die Runde machten, welche am Flughafen nicht ausreisen konnten, weil sie sich eben gerade nicht registriert hatten, obwohl sie es nicht konnten, hatte ich mir dann doch Sorgen gemacht. Komischerweise konnten diese dann nachdem sie ihren Flug unnötig verpasst hatten, sich auf einmal doch registrieren lassen und verspätet und mit neuem teuren Ticket Tage später ausreisen. Aufgrund dessen lies ich mich zu einem Telefonat hinreissen indem ich der Behörde den Sachverhalt schilderte, worauf ich von einer jungen Frau zu hören bekam: Fahren sie am Ausreisetag einfach zum Flughafen und sie werden ja sehen was passiert, wenn sie nicht ausreisen dürfen, können sie ja nochmal persönlich zu uns kommen!!! Der absolute Hammer oder? Auf meinen wohlbegründeten Einwand, dass dies gerade nicht geschehen sollte und überhaupt der Grund meines Anrufes ist, sagte sie mir dann, sie könne jetzt mit mir die Visabestimmungen nicht am Telefon diskutieren, da diese geheim wären (Original O-Ton: "Confidential"). Aha man soll sich also an alle Regel halten, nur wissen dürfe man sie nicht, da man sich ja sonst noch darauf berufen könnte. Ja das verstehe ich natürlich! Naja jedenfalls habe ich Montag Morgen zusammen mit 2 Kollegen nun den halben Tag auf dieser Behörde verschwendet, in der Hoffnung doch etwas schhriftliches von denen zu bekommen, dass ich am Flughafen vorzeigen könnte. Pustekuchen, so eine blöde Faltblatt Broschüre gabs in denen die Visarichtlinien wie auf der Internetseite nochmals erklärt waren. Dieser Zettel hat natürlich eine Beweiskraft von Nullkommanix. Die Frage ob sich nicht vielleicht etwas geändert haben könnte, was hier regelmäßig passiert, aber nicht immer alle im ersten Jahr gleich mitbekommen, sagte man uns nein, es wäre 100% alles in Ordnung. Das es wohl nicht so ist, zeigte die Miene eines anderen Beamten der unserer Gespräch vor Ort aus dem Hintergrund belauschte und der allem Anschein nach das Problem wohl kannte, denn da müssen ja wohl schon einige vom Flughafen aufgelaufen sein, was ihn allerdings nicht dazu veranlasste überhaupt irgendetwas für uns zu tun. Naja ein Kollege will ja am Montag nach Hause fliegen, das ist dann der Feldversuch für VW, ich habe also noch viel Zeit bei der Behörde mehrmals vorzusprechen. Einer beim Stammtisch erzählte mir übrigens, dass er schonmal nicht ausreisen durfte, weil der Gerade der 15. des Monats oder so war und das wohl kurz vor einer Steuerzahlung war und er hätte ja für immer verschwinden und dem Land noch Geld schulden können. Ich bin ja mal gespannt wie das bei mir im Juli wird, ganz ehrlich!
Gestern Abend war ich dann wieder in oben genannter Wohnung auf ein paar kühle Bier und zum Skat spielen. Als ich dann gegen Nachts halb 1 nach Hause lief, fühlte es sich das erste Mail ein bißchen an wie Urlaub, wenn man die Arbeit gestern und heute ausblendet. Halbwegs angenehme Temperatur, kühles Wegbier, gute Laune und für indische Verhältnisse leere Straßen und Ruhe. Leer sind die Straßen hier nie, da immer irgendwer auf dem Bürgersteig schläft, streunende Hunde rumlaufen, die Tagsüber wegen der Hitze meist schlafen, und von irgendwoher immer eine knatternde Rikscha oder ein altes Motorrad ankommt. Aber das war trotzdem echt mal cool. Das Wegbier haben ich übrigens aus einer Tüte trinken müssen, also verdeckt, das haben die hier nicht gerne. Ich dachte immer, das würde erst passieren , falls ich mal nach Amerika reise. Ist auch etwas komisch, wenn kleine Haustiere am Straßenrand verenden und von Raben gefressen werden, dann ist das normal und keiner stört sich dran. Nicht viel mehr Mitgefühl wird den Armen entgegen gebracht. Man ist sich hier nicht immer wirklich sicher ob die Leute, die am Straßenrand liegen, nur schlafen oder schon Tod sind, aber das schert auch Keinen, aber wehe es wird ein Bier auf offener Straße getrunken. Manche Dinge kann man als Europäer auch mit viel Einfühlungsvermögen einfach nicht verstehen.
Jetzt nochmal zu einem ernsten Thema, eigentlich wollte ich ja nicht darüber schreiben, aber die Inder lassen einem keine Wahl. Als ich in Delhi war und mir mein Fahrer erzählte, welches Buch er gerade mit Begeisterung lese und wie toll er das doch finde, vor allem die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Indern, da war mir schon alles klar worum es gleich gehen würde. Es ging natürlich um Adolf Hitlers "Mein Kampf". Das ist hier teilweise übliche Lektüre, denn die Swastika ist ja ein hier ein religiöses Symbol und viele Inder, wo sich ja besonders die höheren Kasten auf die Arier berufen, denken wohl sie kommen da gut weg, Herrenrasse und so weiter. Die Arier gab es wirklich und sie waren ein nomadische Reitervölker aus Innerasien (eher hellhäutig), die im Laufe der letzten zwei Jahrtausende Indien eroberten und zur Abgrenzung von den drawidischen Ureinwohnern (eher dunkelhäutig), dass Kastensystem einführten. Dieses Land hat trotz seiner enormen Vielfalt in jeden Lebenslagen einen so starken Rassismus manifestiert in seinem Religionssystem, dass es kaum zu glauben ist, von wegen tolerantes Indien. Ich meine, dass die Inder gleich welches sozialen Status überaus Stolz auf ihr Land sind und die meisten, obwohl oder gerade deswegen sie noch nie im Ausland waren, es für das beste auf der Welt halten ist ok. Auch dass sie deshalb gerne Bücher lesen in denen Sie gut wegkommen und auch ihre religiösen Festen ihre Symbole weiter benutzen, alles richtig. Das kann man alles als Unbedarfheit oder ihr gutes Recht bezeichnen. Aber manche Dinge gehen einfach gar nicht. Eins davon ist das Hitler Cross Restaurant in Delhi (zu dt. Hitlers Kreuz). In dem wohl erst nach massiven internationalen Protesten aufgehört wurde Propaganda Bilder und Filme der Nazis zu zeigen. Eins davon soll es jetzt auch in Mumbai geben. Es gab da wohl auch mal einen Spiegelartikel dazu, aber das kann ja jeder selber in einer Suchmaschine eingeben, wenn er möchte. Interkulturelle Kompetenz und Wissen über andere Länder und Geschehnisse sind in Indien, wenn sie nicht positiv über das Land berichten, nicht gerade sehr verbreitet. Aber jedenfalls als ich das gestern Dienstag hörte, dachte ich mir oh man!
So das war heute verdammt viel Text. Freitag sehr früh am Morgen fliege ich dann nach Goa. Ein Wochenende von Mumbai erholen. Also neues von mir, dann wohl Sonntag Abend oder Anfang nächster Woche.
P.S.: Unsere kleine Katze daheim bekommt übrigens demnächst Junge und das Muttertier ist ne verdammt schöne Katze. Wer also zufällig gerade überlegt sich ein Haustier anzuschaffen, kann sich gerne mal bei mir melden, dann leite ich das weiter an meine Eltern. Bei Bedarf kann ich hier auch gerne ein paar Bilder dazu veröffentlichen.
Bis die Tage
Samstag, 1. Mai 2010
Samstag, 1.Mai
Heute also eine Kolumne zum Maifeiertag.
Ne mal Spaß bei Seite, eigentlich wollte ich heute ja ausgehen, allerdings musste ich dann mit erschrecken feststellen, dass heute einer der so genannten "Dry Days" in Maharashtra ist (so heißt hier der Bundesstaat). Auf deutsch: trockene Tage, dass heißt hier nicht etwa, das an diesen Tagen Wasser gespart wird oder es nicht regnet, nein es wird kein Alkohol verkauft und ausgeschenkt! Was für eine grausame und ungerechte Welt!
Also heute mal wieder nur ein Blogeintrag nach langer Abstinenz (trifft die Woche auch im übertragenen Sinne zu). Es gab die letzten zwei Wochen auch nicht viel Welt bewegendes über das man hätte schreiben können. Ich habe jetzt hier 2 Haustiere mehr in meinem Zimmer mit Bad. In der Naßzelle wohnen jetzt zwei kleine Geckos. Die gesellen sich dann also zu dem munteren Treiben aus winzigen Ameisen, die einem den letzten Nerv rauben, weil sie sich sofort auf jede Brotkrume, die 15 min irgendwo rumliegt, stürzen und dem ganzen anderen Viehzeug. Eigentlich wollte ich ja dieses Wochenende in Goa sein, das habe ich aber aus flugpreistechnischen Gründen nun auf die Zeit vom 14.-16- Mai verschoben, nun gehts hin und zurück für knapp 70 €.
Letztes Wochenende bin ich am Samstag noch alleine los gezogen, da alle Kollegen keine Lust hatten; wie geil, und bin dann in einer Rockbar namens Toto's Garage (hier noch 2 Links) gelandet, dort spielt man klassischen und älteren Rock, manchmal auch so was wie Rammstein. Es gibt Bier zu deutschen Preisen und Whisky nochmal etwas darüber, über der Bar hängt die Karosserie eines alten Käfers. Anfangs hab ich mich mit einer Gruppe Engländer an der Bar unterhalten und später dann mit einer Gruppe Inder. Mit denen bin ich ins Gespräch gekommen, weil man sich draußen beim Rauchen gemeinsam über einen Rikschafahrer lustig gemacht hat. Da hatte doch echt einer an diese klapprigen 3 rädrigen Mopeds mit Überdachung und Minirädern, die ständig zusammenbrechen, so etwas wie Felgenverzierung montiert. So eine die man aus alten Filmen über antike Wagenrennen kennt, womit man die Reifen/Räder seines Konkurrenten "zerstören" kann. Es sah schon sehr lächerlich aus! Mit ein paar von denen treffe ich mich morgen Nachmittag um aus Spaß mal so einen Barkeeper Kurs mitzumachen. Ich denke das kann ganz witzig werden, bißchen lernen wie man Cocktails mixt und serviert. Hoffentlich gibt es da auch eine Verkostung am Ende. Ich hatte morgen eh nix vor und wenn sonst nicht geht, dann halt mal sowas.
Die Woche hatte ich dann einen Abend beim Fußball über Internet schauen auch noch eine Begegnung der nervigen Art. Ich hatte meine 2. Tür, die ihr auf dem einen alten Bild seht, auf gelassen um frische und kühlere Luft rein zu lassen, denn es war schon spät und dadurch erträglicher. Glücklicherweise hatte ich wie immer das Metallgitter abgesperrt. Das Licht aus meinem Zimmer hatte wohl irgendeinen alten Penner dazu veranlasst des Nachts die Arme durchzustrecken und lauthals zu betteln. Ich habe dann die Tür zugemacht. Am nächsten Morgen im Büro waren dann auch die Kollegen einigermaßen geschockt, denn sowas haben die auch noch nicht erlebt. Es hat sich wohl also im Viertel rumgesprochen, dass hier ein Fremder lebt, dann kann ich ja noch froh sein, dass die hier nicht Schlange stehen. Die kleine schwarze dürre Mietzekatze kam übrigens den Morgen, als ich grad das Haus verlassen wollte, mautzend auf mich zugerannt. Ich hab sie dann mit etwas Wasser und feucht gewordenen Butterkeks gefüttert, nicht unbedingt Katzenfutter aber was anderes hatte ich auf die Schnelle nicht. Da ich den Tag lange auf Arbeit war, hatte ich Glück und sie ist seitdem erstmal nicht mehr wiedergekommen. Das würde mir hier noch fehlen, ein zugelaufenes Tier. Für alle die es interessiert, ich habe sie 2 Tage später aus einer Rikscha nochmal eine Straße weiter gesehen, also scheints ihr gut zu gehen. Bei dieser Aktion musste ich übrigens meinen glücklicherweise verschlossenen Aktenkoffer einen Augenblicke unbeaufsichtigt vor der Tür stehen lassen. Denn komischerweise waren kurz danach 2 kleine Kinder in dem Vorgarten einen Cricketball suchen, was durchaus mehrmals in der Woche vorkommt, den sie aber wohl nicht mehr gefunden haben, also ein Schelm wer böses dabei denkt und immer das Schlechte im Menschen vermutet.
Auf der Arbeit ist soweit alles ok, außer das die Personalabteilung saumäßig faul ist. Die anderen Inder arbeiten ja wenigstens wenn die Chefs in der Nähe sind und nicht gerade Freitag ist, aber die machen echt den ganzen Tag nix außer sich unterhalten oder in der Küche Kaffee trinken. Die Produktivität dieses Landes gibt mir zu denken, aber bei 1 Millarde Menschen reichen dann wohl auch viele noch so kleine Handgriffe. So kommt es jedenfalls, dass ich immernoch kein Bankkonto hier habe (ist ein Problem mit der Registrierung und Bürokratie, wie alles hier) und auch keine Steuernummer. Demnach lass ich mir mein Geld immer Bar auszahlen und renn hier halt mit ein paar zehntausend Rupien in der Tasche rum, wenn das der Penner von Montag wüßte!
Man hat mir auf Arbeit übrigens meinen neuen, extra dafür gekauften USB-Stick entwendet. Außer dem finanziellen ist glücklicherweise kein weiterer Schaden entstanden, es waren nur reichlich Kopien der Daten über die Dinge, die ich momentan bearbeite drauf. Ich denke mal es war einer der vielen kleinen "Helferlein" die da überall rumwuseln, die keiner so richtig kontrolliert und deren Sinn sich mir nicht immer ganz erschließt. Die sammeln Tassen ein, bedienen Kaffeeautomaten und die Spülmaschine, gehen sinnentleert mit einem hunderte Jahre alten Wischer immer wieder durchs Klo ohne dieses oder den Wischer jemals richtig sauber zu machen, glotzen einen blöde beim Pinkeln an, waschen sich die ganze Zeit die Hände oder hängen unterm Wasserhahn, putzen Aufzüge usw. mal hier mal da aber nie ganz. Ich weiß nicht ob man dazu nicht ein zwei richtige Leute einstellen kann, die solche Dinge vertrauensvoll einmal richtig machen und nicht tausendmal ein bißchen, sonst im Weg rumstehen oder die bedingt durch Leere in ihrem Hirn und ihrer Tätigkeit die Leute anstarren. Habe daraufhin endlich einen eigenen verschließbaren Schrank bekommen, den anderen musste ich mir bisher teilen. Aber die Inder sind ja so klever, die nehmen nicht alle Schlüssel mit, nein den könnte man ja verlieren. Die legen den schön zwischen ihre Unterlagen auf ihrem Schreibtisch, was den Sinn eines Schlosses ad absurdum führt und Zack waren am nächsten Tag wieder ein paar Bleistifte weniger drin. Obwohl ich dazu sagen muss, dass der USB-Stick während meiner Arbeitszeit wegkam als er neben meinem Laptop auf dem Tisch lag und ich wohl wieder zum 10. Male irgendwo in einer Abteilung nach Daten fragte, die ich schon lange erhalten haben sollte. Mein Kollegen rechts und links haben natürlich nix mitbekommen, wer weiß wo die wieder waren. Das wird jetzt nicht mehr passieren, ab jetzt wird alles, was nicht direkt gebraucht wird, immer konsequent weggeschlossen. Ich habe ja den Tasseneinsammler in Verdacht, der kann sich am unaufälligsten durch die Reihen bewegen. Allerdings laufen den ganzen Tag soviele Leute auch fremde durch dieses Großraumbüro, dass es praktisch jeder gewesen sein kann. Sicherheit zuerst ist Volkswagens Motto!
Heute habe ich dann noch 2 Anzüge plus je eine extra Hose zum Maßschneidern in Auftrag gegeben, das ist hier doch etwas günstiger als bei uns und naja meine alten beiden sehen dem Ende entgegen. Der eine ist noch von meinem Abiturball (ja der passt immernoch) und der andere auch bald 2 Jahre alt und durchgewirtschaftet durch intensive Nutzung. Es war also eh höchste Zeit, deshalb habe ich heute Arbeitskleidungsbeschaffungsmaßnahmen ergriffen. Hab mir in dem Zuge auch noch gleich ne neue Krawatte und einen Gürtel gekauft. Das ich mir heute auch noch 3 Hemden kaufen musste, lag daran, dass wohl Maharashtra Tag ist (die Sache mit dem Alkohol) und ich dann wie vom Blitz getroffen wurde, als meine Reinigung um die Ecke zu hatte. Mittags war ich dann bei KFC (Kentucky Fried Chicken) da lief dann deutsche 90er Jahre Mucke, aber nicht die Gute, falls es in diesem Jahrzehnt überhaupt soetwas gab. So Marke Mr. President mit Coco Jambo oder so ein Müll, toll war auch Modern Talking mit Cherry Cherry Lady, aber ich glaub das ist noch älter. Meine Vermutung ist, die wollten die Leute in diesem total überfüllten Laden nur animieren schneller zu kauen und zu gehen, was bei mir auch prima funktioniert hat. Die Inder dort waren entweder taub oder scheinen eine irgendwie geartete Immunisierung dagegen gefunden zu haben. Das es denen da tatsächlich gefallen hat, möchte ich ihnen aus Respekt vor diesem Land mal nicht unterstellen.
Wegen den heutigen Investitionen wird meine Reise in den Himalaya dann wohl erst im Juni stattfinden und mein Trip auf die Andamanen wohl Anfang Juli. Goa und die Anzüge wollen ja auch finanziert werden und der Monat hat ja gerade erst begonnen.
Soviel für heute, ich sehe gerade im Randbereich meines Blickfeldes, ich hab noch etwas Bisongras-Vodka und Cola übrig. Naja also vielleicht doch kein ganz so trockener Samstag. Vielen Dank an meine Freunde aus dem Spreewald, die diese großartige Idee hatten, den mir in mein Überlebenskit zu packen. Ich trink einen auf euch!
Bis die Tage
Ne mal Spaß bei Seite, eigentlich wollte ich heute ja ausgehen, allerdings musste ich dann mit erschrecken feststellen, dass heute einer der so genannten "Dry Days" in Maharashtra ist (so heißt hier der Bundesstaat). Auf deutsch: trockene Tage, dass heißt hier nicht etwa, das an diesen Tagen Wasser gespart wird oder es nicht regnet, nein es wird kein Alkohol verkauft und ausgeschenkt! Was für eine grausame und ungerechte Welt!
Also heute mal wieder nur ein Blogeintrag nach langer Abstinenz (trifft die Woche auch im übertragenen Sinne zu). Es gab die letzten zwei Wochen auch nicht viel Welt bewegendes über das man hätte schreiben können. Ich habe jetzt hier 2 Haustiere mehr in meinem Zimmer mit Bad. In der Naßzelle wohnen jetzt zwei kleine Geckos. Die gesellen sich dann also zu dem munteren Treiben aus winzigen Ameisen, die einem den letzten Nerv rauben, weil sie sich sofort auf jede Brotkrume, die 15 min irgendwo rumliegt, stürzen und dem ganzen anderen Viehzeug. Eigentlich wollte ich ja dieses Wochenende in Goa sein, das habe ich aber aus flugpreistechnischen Gründen nun auf die Zeit vom 14.-16- Mai verschoben, nun gehts hin und zurück für knapp 70 €.
Letztes Wochenende bin ich am Samstag noch alleine los gezogen, da alle Kollegen keine Lust hatten; wie geil, und bin dann in einer Rockbar namens Toto's Garage (hier noch 2 Links) gelandet, dort spielt man klassischen und älteren Rock, manchmal auch so was wie Rammstein. Es gibt Bier zu deutschen Preisen und Whisky nochmal etwas darüber, über der Bar hängt die Karosserie eines alten Käfers. Anfangs hab ich mich mit einer Gruppe Engländer an der Bar unterhalten und später dann mit einer Gruppe Inder. Mit denen bin ich ins Gespräch gekommen, weil man sich draußen beim Rauchen gemeinsam über einen Rikschafahrer lustig gemacht hat. Da hatte doch echt einer an diese klapprigen 3 rädrigen Mopeds mit Überdachung und Minirädern, die ständig zusammenbrechen, so etwas wie Felgenverzierung montiert. So eine die man aus alten Filmen über antike Wagenrennen kennt, womit man die Reifen/Räder seines Konkurrenten "zerstören" kann. Es sah schon sehr lächerlich aus! Mit ein paar von denen treffe ich mich morgen Nachmittag um aus Spaß mal so einen Barkeeper Kurs mitzumachen. Ich denke das kann ganz witzig werden, bißchen lernen wie man Cocktails mixt und serviert. Hoffentlich gibt es da auch eine Verkostung am Ende. Ich hatte morgen eh nix vor und wenn sonst nicht geht, dann halt mal sowas.
Auf der Arbeit ist soweit alles ok, außer das die Personalabteilung saumäßig faul ist. Die anderen Inder arbeiten ja wenigstens wenn die Chefs in der Nähe sind und nicht gerade Freitag ist, aber die machen echt den ganzen Tag nix außer sich unterhalten oder in der Küche Kaffee trinken. Die Produktivität dieses Landes gibt mir zu denken, aber bei 1 Millarde Menschen reichen dann wohl auch viele noch so kleine Handgriffe. So kommt es jedenfalls, dass ich immernoch kein Bankkonto hier habe (ist ein Problem mit der Registrierung und Bürokratie, wie alles hier) und auch keine Steuernummer. Demnach lass ich mir mein Geld immer Bar auszahlen und renn hier halt mit ein paar zehntausend Rupien in der Tasche rum, wenn das der Penner von Montag wüßte!
Man hat mir auf Arbeit übrigens meinen neuen, extra dafür gekauften USB-Stick entwendet. Außer dem finanziellen ist glücklicherweise kein weiterer Schaden entstanden, es waren nur reichlich Kopien der Daten über die Dinge, die ich momentan bearbeite drauf. Ich denke mal es war einer der vielen kleinen "Helferlein" die da überall rumwuseln, die keiner so richtig kontrolliert und deren Sinn sich mir nicht immer ganz erschließt. Die sammeln Tassen ein, bedienen Kaffeeautomaten und die Spülmaschine, gehen sinnentleert mit einem hunderte Jahre alten Wischer immer wieder durchs Klo ohne dieses oder den Wischer jemals richtig sauber zu machen, glotzen einen blöde beim Pinkeln an, waschen sich die ganze Zeit die Hände oder hängen unterm Wasserhahn, putzen Aufzüge usw. mal hier mal da aber nie ganz. Ich weiß nicht ob man dazu nicht ein zwei richtige Leute einstellen kann, die solche Dinge vertrauensvoll einmal richtig machen und nicht tausendmal ein bißchen, sonst im Weg rumstehen oder die bedingt durch Leere in ihrem Hirn und ihrer Tätigkeit die Leute anstarren. Habe daraufhin endlich einen eigenen verschließbaren Schrank bekommen, den anderen musste ich mir bisher teilen. Aber die Inder sind ja so klever, die nehmen nicht alle Schlüssel mit, nein den könnte man ja verlieren. Die legen den schön zwischen ihre Unterlagen auf ihrem Schreibtisch, was den Sinn eines Schlosses ad absurdum führt und Zack waren am nächsten Tag wieder ein paar Bleistifte weniger drin. Obwohl ich dazu sagen muss, dass der USB-Stick während meiner Arbeitszeit wegkam als er neben meinem Laptop auf dem Tisch lag und ich wohl wieder zum 10. Male irgendwo in einer Abteilung nach Daten fragte, die ich schon lange erhalten haben sollte. Mein Kollegen rechts und links haben natürlich nix mitbekommen, wer weiß wo die wieder waren. Das wird jetzt nicht mehr passieren, ab jetzt wird alles, was nicht direkt gebraucht wird, immer konsequent weggeschlossen. Ich habe ja den Tasseneinsammler in Verdacht, der kann sich am unaufälligsten durch die Reihen bewegen. Allerdings laufen den ganzen Tag soviele Leute auch fremde durch dieses Großraumbüro, dass es praktisch jeder gewesen sein kann. Sicherheit zuerst ist Volkswagens Motto!
Heute habe ich dann noch 2 Anzüge plus je eine extra Hose zum Maßschneidern in Auftrag gegeben, das ist hier doch etwas günstiger als bei uns und naja meine alten beiden sehen dem Ende entgegen. Der eine ist noch von meinem Abiturball (ja der passt immernoch) und der andere auch bald 2 Jahre alt und durchgewirtschaftet durch intensive Nutzung. Es war also eh höchste Zeit, deshalb habe ich heute Arbeitskleidungsbeschaffungsmaßnahmen ergriffen. Hab mir in dem Zuge auch noch gleich ne neue Krawatte und einen Gürtel gekauft. Das ich mir heute auch noch 3 Hemden kaufen musste, lag daran, dass wohl Maharashtra Tag ist (die Sache mit dem Alkohol) und ich dann wie vom Blitz getroffen wurde, als meine Reinigung um die Ecke zu hatte. Mittags war ich dann bei KFC (Kentucky Fried Chicken) da lief dann deutsche 90er Jahre Mucke, aber nicht die Gute, falls es in diesem Jahrzehnt überhaupt soetwas gab. So Marke Mr. President mit Coco Jambo oder so ein Müll, toll war auch Modern Talking mit Cherry Cherry Lady, aber ich glaub das ist noch älter. Meine Vermutung ist, die wollten die Leute in diesem total überfüllten Laden nur animieren schneller zu kauen und zu gehen, was bei mir auch prima funktioniert hat. Die Inder dort waren entweder taub oder scheinen eine irgendwie geartete Immunisierung dagegen gefunden zu haben. Das es denen da tatsächlich gefallen hat, möchte ich ihnen aus Respekt vor diesem Land mal nicht unterstellen.
Wegen den heutigen Investitionen wird meine Reise in den Himalaya dann wohl erst im Juni stattfinden und mein Trip auf die Andamanen wohl Anfang Juli. Goa und die Anzüge wollen ja auch finanziert werden und der Monat hat ja gerade erst begonnen.
Soviel für heute, ich sehe gerade im Randbereich meines Blickfeldes, ich hab noch etwas Bisongras-Vodka und Cola übrig. Naja also vielleicht doch kein ganz so trockener Samstag. Vielen Dank an meine Freunde aus dem Spreewald, die diese großartige Idee hatten, den mir in mein Überlebenskit zu packen. Ich trink einen auf euch!
Bis die Tage
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