Sonntag, 18. April 2010

Sonntag 18. April Teil 2, Ausflug zur Elephanta Insel

Das mit dem Kleingeld soll natürlich nicht alles für heute gewesen sein. Am Samstag Morgen hatte ich einen Ausflug zur Insel Elephanta nicht weit von Mumbai gemacht. Die heißt übringens so weil die Portugiesen damals eine Elephantenstuatue dort im Hafen gefunden haben. Richtige Elefanten gibts es dort nicht oder nicht mehr, dafür freche und diebische Affen sowie die in Indien obligatorischen Straßenhunde. Die Überfahrt dauert vom Gateway of India rund eine Stunde durch die Hafenbucht von Mumbai, das Gateway  wirkt übrigens relativ mickrig, einerseits für den Namen und andererseits wenn man das India Gate in Delhi eher gesehen hat, so wie ich.

Die Fähren waren ganz ok für indische Verhältnisse denke ich, was einem auffällt ist, dass der gesamte Ozean hier eine trübe und braune Kloake ist. Auf Elephante angekommen, führt eine kleine Bahn bis zum Anstieg hoch zu den Höhlen, deren Sinn sich mir nicht ganz erschließt. Sie fährt geschätzt keine 500m und ist extrem langsam, also wozu das ganze. Hinzu bin ich noch eingestiegen, weil ich dachte die fährt einen bis hoch zu den Höhlen, aber das war ein Irrtum, sonst hätte man ja bei diesem doch recht steilen Anstieg nicht an den ganzen Verkaufsbuden für Souvenirs und allerhand Krims-Krams vorbei gemusst. Rückzu bin ich dann gelaufen und war bald schneller
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Die Höhlen sind auch Weltkulturerbe, rund 400 Jahre alt und schon ein interessanter Tempelbau, zumindest die eine. Die anderen sind wohl nicht fertig geworden oder waren wohl nur Nebenhöhlen. Wahrscheinlich typisch indisch bei der ersten gibt man sich noch Mühe und dann naja eine ist ja schon fertig. In der letzten haben sich Esel befunden, welche dort Kühlung vor der aufkommenden Mittagshitze suchten. Es gibt da viele überlebensgroße Shivastatuen und weitere Skulpturen mit relegiöser Bedeutung, leider ein Großteil auch schon stark zerstört. Hier wurde früher wohl auch gekämpft und es soll wohl mal auch eine Kanonkugel im Haupttempel/Höhle eingeschlagen sein. Kann man sich zumindestens vorstellen.

Außer den Höhlen gibts auf der nur wenige Quadratkilometer großen Insel sonst nix zu sehen.5 Dörfer und unzälige Verkaufsstände durch die man wie ein Spalier herauf und wieder runter muss. Hier sieht man, dass die Inder die Marktwirtschaft voll und ganz verstanden haben. Man zahlt für Schritt immer extra und man muss es auch, denn man will ja die Höhlen sehen, deshalb ist man ja da und was anderes gibts nicht. Es fängt dabei an, dass man 120 Rupien für die Fähre bezahlt. Es gibt auch Tickets für 100, aber über die erfährt man auf Anfrage nur ausweichende Bemerkungen, die für 120 sind wohl die luxuriösen Plätze. Auf der Fähre macht es keinen Unterschied, jeder setzt sich hin wo er will. Die ersten 10 Rupien extra zahlt man wenn man auf dem Schiff nach oben will, wegen Photos. Hatte ich nicht gerade die luxuriöse Karte gekauft? Auf der Insel angekommen zahlt man dann wieder 10 Rupien für ein Zug der kein Sinn macht. Dann 5 Rupien Touristensteuer (wozu auch immer, einfach mal extra erheben) und wenn man dann oben ankommt final 250 Rupien Eintritt. Ich meine es kommt mir nicht auf die Höhe des Geldbetrages an, dass ist ja wirklich nicht viel, aber wie es hier alles abläuft, lässt einem so ein wenig mit dem Gefühl zurück, ausgenommen zu werden. Ich meine, hätte man mir am Pier in Mumbai gesagt, du die Tour kostet 400 Rupien insgesamt, hätte ich es auch gezahlt, aber das wäre dann irgendwie ehrlicher gewesen, denn keiner sagt auf der Insel oh jetzt muss ich 10 Rp. extra zahlen, jetzt fahr ich 1 h wieder zurück. Ich weiß nicht ob ich das falsch sehe, aber irgendwie ist das ganze aus meiner Sicht unehrlich! Von dem Auf- und Abstieg durch die hunderte von Buden, wo einem die Verkäufer keine Ruhe lassen, mal abgesehen. Am besten war eine alte Frau mit einem Metallbehältnis auf dem Kopf: "Make a picture, Make a picture" zu deutsch: Lieber Herr Tourist machen sie doch ein Photo von mir, damit sie zuhause die typisch einheimischen Leute zeigen können. Natürlich wollte die danach Geld haben. Die wäre mir sonst garnicht aufgefallen. So was ähnliches ist mir auch shcon im Delhi am Indiagate passiert, da kam eine ältere Frau an, steckte einem, so eine kleine billige Indienpapierflagge mit einer Stecknadel ans T-Shirt und wollte danach auf einmal Geld, dann war es plötzlich für die Waisen.

Ich hab mir dann dort doch ein, zwei Souvenirs nach harten Preisverhandlungen gekauft. So einen großer Marmorelepfanten, wie man ihn an den Ständen sieht, war dabei. Angefangen hatte der Preis bei 3000 Rupien (50€), am Ende waren wir dann bei 1000 (16,50€). Der Preis der übrigens Unterhalb des Tieres aufgeklebt war, betrug 2500. Aber ich war ja der "erste" Kunde an diesem tag,  weshalb man mir einen Sonderpreis von 3000 geben wollte ;-) Alles klar oder!

Wieder in Mumbai angekommen, habe ich dann meinen Plan mir das alte Fortviertel mit seinen vielen Kolonialbauten oder die Türme des Schweigens der Sikhs zu sehen überworfen. Es war in der Mittagshitze einfach zu heiß. Also werde ich wohl nochmal runter in den Süden der Stadt fahren. Dauert nur 45 min. Ist also kein Problem. Dort ist es wirklich um einiges schöner als sonstwo in Mumbai. Schöne Gebäude, etwas grüner als der Rest der Stadt, aber davon ein ander Mal mehr.








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