Heut war ich mit ein paar Mitpraktikanten auf einem indischen Markt. Es sollte eigentlich ein Trödelmarkt oder soetwas in der Art sein, ist aber eigentlich eher ein Stadtviertel in dem alles mögliche verkauft wird. Man muss dazu sagen, eins der besseren Viertel, sprich kein Slum. Noch was für Geschichtsinteressierte, der Ort heißt übersetzt Markt der Diebe, weil damals Königin Viktoria von England in Bombay gelandet ist und beim Ausladen ihre Violine gestohlen wurde, die dann dort wieder auftauchte, also ein "netter Ort".
Hier also mal ein paar Bilder, damit ihr ein paar Eindrücke gewinnen könnt. Leider hat es mit der Formatierung nicht ganz so schön geklappt, daran muss ich nochmal arbeiten, aber für den Anfang gehts :
Auf dem Weg dahin.
Es gab sogar ein paar gute Sachen, wie diese Truhe, aber das meiste war echt nur alter Schrott oder Müll. Nur in ein zwei Gassen gab es wirklich für westliche Besucher interessante Dinge, davon sind auch die Bilder, der Rest hat einfach nicht gelohnt. Mein Eindruck war; man könnte in Deutschland eine Mülldeponie mit LKWs abtragen, diese per Schiff nach Indien transportieren und alles verkaufen und es würde sich wahrscheinlich lohnen.
Das nennt man hier wohl Mülltrennung bzw. Verwertung. Mülltonnen oder soetwas gibt es hier nicht. Man schmeißt einfach alles auf die Straße und dann wird es von einer Ecke in die andere gekehrt. Hände Schütteln ist auch nicht so angeraten, wer weiß was der gegenüber für Dreck vorher in der Hand hatte.
Auch ein schönes Bild. Hier sieht man Tiere Müll fressen, die dann 2-3 Gassen weiter geschlachtet werden und dann dort bei ca. 35 Grad mit Fliegen usw. solange hängen, dass man es garnicht wissen möchte. Hier kommt das alte britische Kolonialsprichwort zum tragen: "Cook it, peel it or forget it" (Koch es, schäl es oder vergiss es!, sonst sollte mal auch nur abgepacktes essen). Rechts übrigens mal ein schönes Motorrad, nicht wie die Masse, die durch die engen Gassen voller Leute rast und man jedesmal denkt, das war knapp. Die Hupe sag hier eher: Mach Platz sonst fahr ich dich um und irgendwann geht einem das ständige getröte ziemlich auf den Geist!
Ein Tata-Motors Bus. Also wenn die den deutschen Autobauern Konkurrenz machen wollen, frag ich mich nur wie?
Der viele Dreck, der Gestank, der Lärm usw. stört die Leute überhaupt nicht. Man lebt einfach damit. Gegenüber der Armut und dem Elend stumpft man sehr schnell ab, dass ist alles hier normal und es gibt einfach zuviele Penner die im Dreck liegen, kleine Kinder die betteln, man kann nicht allen helfen, also lässt man es. Denn gibt man einem was, kommt man aus der Gasse nicht mehr raus. Was allerdings auch nach Tagen noch heftig wirkt, ist der allgegenwärtige Gestank. Hier stinkt es an jeder Ecke anders, sowas hat man noch nicht erlebt. Teilweise ist es echt einfach nur noch eklig. Ich bin da eigentlich nicht so, aber mal ganz ehrlich, teilweise kann man nur noch schnell weitergehen, sonst bekommt man das Kotzen!
Ich hoffe mal die Bilder konnten einen ersten Eindruck vermitteln. Ich habe bewusst nicht die ganz ekligen Dinge photographiert, wie Slums Leute die im Müll liegen usw. Ersten hat da keiner was von und zweitens möchten das viele auch sicher nicht und man möchte sich hier auch nicht gleich die erste Woche Ärger einhandeln.
Es folgt noch ein Video aus einer Markthalle, das ist dann aber nicht ganz so appetitlich.
