Ok das ganze ist jetzt schon wieder anderthalb Wochen her, so ungefähr (denke ich).
Wir gingen zu 6 auf eine Party der etwas jüngeren Bevölkerung der Stadt, okay darüber kann man streiten, aber wenn in diesem Kaff nichts los ist und keiner Auto fahren will, hast du halt nicht viele Möglichkeiten.
Naja jedenfalls war das so eine Feierlichkeit, zahle 10 Euro und betrink dich wenn du an die Bar kommst.
Wir kamen natürlich später und hattens uns auch um keine Karten gekümmert. Tja, die Bude (ca. 100 Leute, schätze ich aus meiner grauen Erinnerung) war voll und sie wollten auch keine zusätzlichen mehr rein lassen. Nun kam der Augenblick, wo dem geübten Beobachter/Partygänger auffiel, das es wohl eine der ersten Feiern der Organisatoren war. Da macht man halt so übliche Fehler, wie selbst etwas zu trinken oder eben den, wenn die Bändchen aus sind neue Leute hinein zu lassen indem man ihnen mit einem Kugelschreiber ein Kreuz auf den Arm mal (das muss man sich mal vorstellen, zum schießen, aber wirklich). Achso 15 Euro sollte der Spaß um die Zeit schon kosten, für die die noch so reinkamen. Jedenfalls einen Bekannten hinein geschickt, der mit Kuli wieder raus und schon hatte man 15 Euro gespart und konnte umsonst trinken, wenn man an den "Türstehern" vorbei kommt. Jaja, die drei doch schon extrem angeheiterten Jugendlichen waren nun alles andere nur keine Türsteher, das war mehr eine Beleidigung der Zunft. Ich glaube die haben gegen Ende nur noch besoffen auf den Sofas im Eingangsbereich gelegen.
Ich meine die Jungs hatten schon einen schwierigen Job. Sie konnten als einzige aus ihrem Jahrgang oder so wahrscheinlich nicht richtig feiern und mussten dieses doofe Tor bewachen, bei dem aus gebäudebaulichen Gründen ein hoher Durchgangsverkehr herrschte und das wahrscheinlich ohne richtige Bezahlung, so wie die aussahen. Da kann man sich nur besaufen!
Wir also in 2 Gruppen rein und eiskalt wie immer, erst ein ernster Blick genau in die Augen des (ach ich schreib jetzt Jungen, statt Türsteher) jungen Mannes, dann ihn nicht mehr ansehen und schnurgerade und natürlich hineingehen, ganz so als hätte man das schon dutzend mal an diesem Abend gemacht. Für den Fall (wie bei mir), dass er doch das Kreuz sehen will, es einfach ruhig vorzeigen und ihm wieder mit einem Blick, so die Mischung aus gelangweilt und ernst/genervt, ansehen. Schon war man drin.
Danach war alles Routine. Okay man fühlte sich ab und zu ein wenig alt, aber hey man trinkt völlig umsonst und da schmeckst ja bekanntlich am besten. Also ab an die Bar 3 Bier und 1 Schnaps, man möchte ja nicht ständig anstehen. Aber 3 Bier in der Hand zu halten sieht auch scheiße aus, also werden die ersten beiden etwas zügiger getrunken. Dieses Ritual wiederholt sich dann noch ein paar mal, man trifft hier und da einen alten Bekannten trinkt noch ein oder zwei Schnaps mit ihm. Ich weiß ab dann nicht mehr so viel, also eine gelungene Party. Ich kam diesmal gesund zu Hause an (also nichts gebrochen oder so), hatte viel Geld gespart, Juhu!
Dabei fällt mir ein ich habe letzten vermehrt Berichte über ungezügelten Alkoholkonsum von jungen Erwachsenen gesehen. Da macht man sich schon ein wenig Gedanken. Aber nicht allzu viel, da man ja weiß, dass selbst schon die Großeltern- und Elterngeneration in ihrer Jugend gesoffen haben, wie die Holzfäller und es jetzt nicht mehr wahr haben wollen. Nur wenn ein Fernsehkanal das Schreckensszenario der verkommenden Jugend (die es schon im alten Griechenland gab: "Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." ,Sokrates) in den Abendnachrichten bringt müssen es alle tun und putschen das alles dann wieder unnötig nach oben!
So ist das halt. Eigentlich eine große Gefahr für die Freiheit der Menschen in einer Demokratie, wenn durch vermehrtes Medieninteresse etwas als schlimmer oder häufiger dargestellt wird oder zumindestens den Menschen suggeriert wird als es in Wirklichkeit ist. Die Folge sind Gesetze, welche Freiheiten einschränken obwohl der Bedarf nicht vorhanden ist.
Darüber sollte man mal nachdenken, losgelöst vom Alkohol natürlich. Ich denke da nur an den sogenannten "Patriotact" in den USA als Beispiel!
Mittwoch, 21. März 2007
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