Donnerstag, 7. Dezember 2006

Ist die Werbung und unser ganzes Informationssystem Schuld an unserer Bildungsmisere?

Heute mal was pädagogisches/philosophisches/politisches:

Jeder kennt bestimmt ein paar Werbeslogan aus dem Kopf ("Das Erdingerweißbier, das ist halt a Pracht", "Always Coca Cola", "It's a Sony") und man vergisst sie auch nicht, egal was passiert! Das ist so, weil die Werbung genau darauf abzielt, dass wir die Informationen mit unserem Gehirn gut aufnehmen und lang speichern können. Ob nun Radio, Plakate oder Fernsehen, stehts wird versucht soviel wie möglich Sinne zu betören. Diesem Einfluss kann man sich kaum entziehen, da stänig und überall eigentlich für uns meist nutzlose Informationen oder auch oft zusammenhanglose Daten auf uns "einregnen"(das Wort ist bewusst gewählt). Da diese, aber mit den Mittel des modernen Marketing (dt. Förderund des Absatzes) meist direkt unsere Psyche (Emotionen, Gefühle) oder auch das Gewissen und den Verstand ansprechen ("Sie wollen doch nicht der letzte sein?") müllen sie unsere Gehirn voll und wir können kaum etwas dagegen tun!

Dagegen haben es die meist "sinnvollen" Informationen (solche die man üblicherweise in der Schule/Uni lernt, oder in seriösen Zeitungen/internetseiten liest) schwer gegen anzukommen. Jeder kennt das, einen elendig langen Artikel, oder eine Langweilige Unterrichtsstunde oder Vorlesung. Man kann sich noch so Mühe geben und der Inhalt kann noch so wichtig sein, wir können uns kaum noch darauf konzentrieren, da wir nur noch auf emotionale (meist bildliche) Anreize gepolt sind, und unser Gehirn sowieso ständig unter Dauerstress aufgrund der Informationsflut steht, nicht umsonst haben Lexikas und Suchmaschinen Hochkonjunktur. man kann sich kaum noch durch den Informationsdschungel kämpfen und sucht verzweifelt nach Zusammenfassungen des wichtigen. Die heutigen Medien wissen das und zielen deshalb gleich auf das Unterbewusste ab. Mit der Folge, dass schon jetzt sich viele Menschen sich nicht mal mehr 5 Minuten konzentrieren oder ihren Mitmenschen zuhören können. Es ist einfach zu langweilig im Vergleich zu flackernden Bildern, die immer etwas neues zu versprechen scheinen. Warum spielen sonst so viele kleine Kinder (auch es ist nicht der einzige Grund) lieber an Konsolen als mir herkömmlichen Spielzeug.

Aus diesem Problem lassen sich 2 mögliche Lösungswege formulieren:

1. "Werbung und andere Informationsspender (die Medien)" werden eingeschränkt und müssen genauso langweilig wie Schulungsmaßnahmen werden. (Das wird sich wohl , da es unserer Verfassung, konkret der Marktwirtschaft, wiederspricht, kaum durchsetzten lassen, und wie sollte man es auch kontrollieren.)

2. Lehrveranstaltungen müssen interessanter werden! Das ist möglich! Sie müssten "einfach" auch nur mehr die Gesetze des Marketing anwenden, wichtige Informationen mit Emotionen koppeln.
Warum nicht ein Prinzip, was bei Kleinkinder seit Ewigkeiten funktioniert, auf alle anwenden?

Es heißt lernen soll Spaß machen!

Nur leider tut es das viel zu selten.

Etwas was Spaß macht behalten wir uns, da es uns gut tut. Dieses Konzept sollte wieder mehr beherzigt werden.

Um die Frage von oben zu beantworten:
Die Werbung (die musste jetzt halt als polarisierendes Beispiel herhalten) und mit ihr der gesamte Mediensektor trägt eine große Teilschuld, aber auch die Gesellschaft, die immer noch nicht geschafft hat, das Lernen den modernen Anforderungen des Lebens anzupassen.

Um Anregungen zu diesem Thema ist gebeten!

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